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55 % weniger Umweltbelastung durch modulares Bauen

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Wiederverwendbares Bauen reduziert die Umweltbelastung durch Baumaterialien um mehr als die Hälfte. Das geht aus einer von SGS Search im Auftrag von De Meeuw B.V. durchgeführten Studie hervor. Modulares und flexibles Bauen kann daher eine Lösung für die großen Herausforderungen in der Baubranche sein.

In der kontrollierten Umgebung ihrer Fabrik stellt De Meeuw Massivmodule her. Diese „Legoblöcke“ werden als Ganzes zur Baustelle gebracht und einfach miteinander verbunden. Ein Massivmodulgebäude wird zwischen 10 und 15 Jahre lang genutzt. Danach kehren die einzelnen Module wieder in die Fabrik zurück, wo sie vollständig renoviert und die Materialien wiederverwendet werden.

In dem gesamten Prozess geht es um Effizienz und Senkung von Ausfallkosten, Abfällen und Transportbewegungen. Aber gibt es auch belastbare Beweise für die nachhaltigen und zirkulären Leistungen? Kees Faes, Senior Projektmanager bei SGS Search: „Um diese Frage beantworten zu können, wurde die Umweltbelastung aller Materialien in den Massivmodulen anhand einer Lebenszyklusanalyse (LCA) berechnet.“

Modulares Bauen: 10 % geringere Umweltkosten und 30 % weniger CO2-Ausstoß

„Im ersten teil der Studie wurde eine Standard-LCA durchgeführt“, fährt Faes fort. „Für neue Materialien wurde ein Lebenszyklus durchgerechnet, von der Wiege bis zur Bahre. Von der Rohstoffgewinnung über die Produktion der Materialien und des Endprodukts bis einschließlich der zukünftigen Abfallströme. Hieraus geht hervor, dass die Materialien im Bausystem von De Meeuw im Vergleich zu einem herkömmlichen Baukonzept die Umweltkosten um 10 % und den CO2-Ausstoß um 30 % verringern. Mit viel Stahl und Holz ist das System auch wesentlich leichter als traditionelle Bauwerke aus Beton und Kalksandstein.“

55 % geringere Umweltbelastung durch Wiederverwendung

Wenn anschließend auch die Auswirkungen der Wiederverwendung der Module mit einberechnet werden, sinken die Umweltauswirkungen noch erheblich weiter. Faes: „Im zweiten Teil der Studie sind wir davon ausgegangen, dass die Module dreimal verwendet werden. Hieraus ergibt sich, dass die Wiederverwendung der Materialien zu 55 % weniger Umweltbelastung und CO2-Ausstoß in Bezug auf die Berechnung für eine einmalige Nutzung führt.“

Für die Studie wurden vom Projekt Stek Oost in Amsterdam ausgegangen. Dieser zirkuläre Wohnungskomplex wurde mit 12 Jahre alten, wiederverwendeten Module eines Pflegeheims gebaut. Das Beispielprojekt zeigt, dass modulares Bauen keine Notlösung mehr ist, sondern eine vollwertige Alternative zum permanenten Bauen – ganz im Sinne der niederländischen Bauverordnung, mit guten Dämmwerten und einer hochwertigen Ausstrahlung. Außerdem kann aufgrund der Flexibilität des Systems mit einer kürzeren Bauzeit, geringeren Umweltbelastung und weniger Eingriffen in den Boden schnell auf veränderte Situationen reagiert werden.

Die Studie zeigt, dass flexible und demontierbare Gebäude wirklich funktionieren. „Viele gute Baumaterialien enden immer noch als Abfall, weil eine Wiederverwendung nicht möglich ist“, erklärt Faes. „Wenn ein Produkt einen zweiten oder dritten Lebenszyklus durchlaufen kann, sparen Sie eine Menge an Umweltkosten. Dies gilt nicht nur für De Meeuw, sondern für die gesamte Baubranche. Dazu müssen wir grundlegend anders bauen und dem Rückbau viel größere Aufmerksamkeit widmen.“

Aufbau einer nachhaltigen Gesellschaft und Kreislaufwirtschaft

Ronald Slaats, CEO von De Meeuw, reagiert auf die Ergebnisse der Umfrage: „Modulares Bauen unterscheidet sich am Markt bereits durch eine schnelle Übergabe, hohe Effizienz durch fabrikmäßiges Bauen, eine hohe Flexibilität und Beweglichkeit der Gebäude. Die Studie von SGS Search hat nun auch bestätigt, dass weniger Bauschutt, weniger Transportbewegungen und eine maximale Wiederverwendung von modularen Wohnlösungen und Rohstoffen zu 55 % geringeren Umweltkosten führen. Das wird für viele Marktteilnehmer zweifellos wie Musik in den Ohren klingen, nun da wir eine nachhaltige Gesellschaft und eine Kreislaufwirtschaft aufbauen.“

An diesem Beitrag haben mitgewirkt:

  • Produktion: Emma van Harten und Leandra Marzluff
  • Partnerships: Derk Marseille
  • Redaktion: Bertus Bouwman und Peter Oehmen (sprachliche Adaption)

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