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Auch in den Niederlanden gibt es einen Hackathon gegen Corona

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Genau wie in Deutschland fand auch in den Niederlanden ein Online-Hackathon „Wir gegen Corona“ statt. Dabei wurden besondere Lösungen entwickelt, die bereits jetzt genutzt werden können.

Unter dem Titel „Hack against Corona!“ veranstaltete Dutch Hacking Health den ersten Online-Health-Hackathon in den Niederlanden. Das Experiment brachte Innovationen hervor, die bereits im Kampf gegen die Folgen des übermächtigen Virus eingesetzt werden können.

Eigentlich sollten die Hackathons von Dutch Hacking Health physisch in Amersfoort, Amsterdam, Maastricht und Utrecht stattfinden. Verschiedene Teams standen bereits in den Startlöchern, um im Schnellkochtopf-Modus über Design Thinking neue Lösungen für aktuelle Probleme und Fragestellungen im Gesundheitswesen zu generieren. Und dann kam das Coronavirus, das sich heute eine der größten Herausforderungen für die weltweite Gesundheitsversorgung herausstellt.

Gemeinsam an Lösungen arbeiten

Esther Gervers, Vorsitzende von Dutch Hacking Health, hat zusammen mit ihren Kollegen schnell entschieden, dass dies der Moment für „Hack against Corona“ sei, dem ersten Online-Hackathon in der nunmehr fast fünfjährigen Geschichte der niederländischen „Gesundheitshacker“. „Bei physischen Hackathons versuchen wir aus unterschiedlichen Perspektiven zu etwas anderen Problemlösungen zu gelangen, indem bestehende Pflegesysteme ‚gehackt‘ werden, womit wir auf positive Art und Weise zu notwendigen Innovationen im Pflegebereich beitragen wollen.“

Durch die Coronakrise entstand eine Situation, in der gerade „hacken“ sehr wichtig ist. „Plötzlich sah sich der Pflegesektor mit Problemen und Engpässen konfrontiert, über die niemand je bewusst und konkret nachgedacht hatte. Wir haben mit Cisco, einem unserer Partner, schnell reagiert und am 16. März eine Online-Plattform geschaffen, auf der Menschen Themen beitragen und dann als Teams gemeinsam an Lösungen arbeiten konnten.“

Würdiger Abschied

Vom ersten Moment an strömten die Ideen herein, sagt Gervers. „Menschen aus den verschiedensten Disziplinen - von Software-Ingenieuren bis hin zu Verkaufsmaklern - haben sich massenhaft zusammengetan. Es war interessant festzustellen, dass die vorgeschlagenen Themen mit den aktuellen Entwicklungen in dem Moment Schritt hielten. In den ersten Tagen wurde gemeinsam überlegt, wie man etwas gegen den Mangel an Schutzmasken und Beatmungsgeräten tun könnte, an den folgenden Tagen wurden Ideen ausgetauscht, wie z. B. Kinder einen Abstand von eineinhalb Metern einhalten können oder wie man sich würdevoll von Patienten, die leider an COVID-19 sterben, verabschieden kann.“

„Lekker in je velletje“

Daraus ergab sich eine reiche Ernte wertvoller Lösungen, wie eine Jury unter Beteiligung von Erik Gerritsen, Generalsekretär des Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport feststellte. „Am Ende wurden drei Preisträger ausgewählt und ein Publikumspreis verliehen“, sagt Gervers. „Gewinner in der Kategorie ‚Best Innovation‘ war CO-nect; eine Traceback-Anwendung, die ‚viral‘ geht, gewünschtes Verhalten stimuliert und die Privatsphäre berücksichtigt, wenn eine neue Infektionswelle auftaucht. Das beste ‚Data Driven‘-Projekt war WavyBubble; eine mobile App, die zu piepen beginnt, wenn die Leute nicht genügend Abstand halten. Der Preis für die ‚Best Human Centered‘-Lösung ging an ‚Samen op Afstand‘ (Gemeinsam auf Abstand), eine Lösung, die dazu beiträgt, den Sterbeprozess eines unter Quarantäne gestellten Patienten und dessen Angehörige möglichst angenehm verläuft. Schließlich wurde der Publikumspreis für das Projekt ‚Lekker in je velletje!‘ (sich in seiner Haut wohlfühlen) vergeben, das auf originelle Weise Bewusstsein für (leichte) psychische Beschwerden in unserer Gesellschaft schafft, um eine Verschlimmerung dieser Beschwerden in Zukunft zu verhindern.“

Wirksames Handeln jetzt!

Bei Gervers, der selbst als Initiator von „Hack gegen Corona!“ auch gut zwei Wochen lang nur online war, herrscht nach Ende des digitalen Experiments ein Gefühl von Dankbarkeit. „Durch diese Initiative wurde so viel in Bewegung gesetzt. Ich bin wirklich beeindruckt von den Lösungen und der Motivation, mit diesen Lösungen dem Pflegesektor weiterzuhelfen. Jetzt, da der Online-Hackathon vorbei ist, fängt es gerade erst an. Die Zeit, das alles sacken zu lassen, haben wir nicht. Die Corona-Pandemie ist jetzt und erfordert wirksames Handeln. Es wäre großartig, wenn eine unserer menschengetriebenen Hacking-Lösungen dabei hilft, etwas zu verändern.“

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