Niederlande Nachrichten

Thumbnail for » Artikelbild » Automobilsektor in Bayern und Brabant arbeiten immer enger zusammen

Automobilsektor in Bayern und Brabant arbeiten immer enger zusammen

Thema

Die Automobilindustrie in Bayern und in der niederländischen Provinz Noord-Brabant arbeiten in den letzten Jahren immer enger zusammen. Verschiedene innovative Unternehmen aus Brabant präsentieren sich auf der eMove360° Europe 2019 in München.

Die eMove360° Europe 2019 gilt als die weltweit größte Messe für Mobilität 4.0. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die elektrisch sind, untereinander vernetzt sind und autonom fahren können. Vom 15. bis 17. Oktober werden in München nahezu alle zukunftsweisenden und nachhaltigen Mobilitätslösungen zu sehen sein. Dazu gehören Innovationen im Bereich Urban & Mobile Design, neue Materialien, Prozesslösungen, autonomes Fahren und Elektronik bis hin zu Infotainment.

Entwickler, Designer, IT-Experten, Einkäufer und Nutzer wie Flottenmanager, Stadtverwaltungen und Tourismusregionen bis hin zu Dienstleistern kommen auf diese Messe.

Die niederländische Provinz Noord-Brabant verstärkt bereits seit einigen Jahren ihre Beziehungen zu Süddeutschland. Aus diesem Grund kommt eine große Delegation nach München. Am 16. Oktober werden sich im Rahmen eines speziellen Networking-Abends mehrere innovative Unternehmen präsentieren.

Brabant ist interessant für Bayern

Als Messedirektor der eMove360° Europe 2019 freut sich Robert Metzger über das Kommen der Gäste aus Brabant. „Sie sind in den Bereichen Ladeinfrastruktur, Ladedienstleistungen, Beratung, der Produktion von Elektro-Lkw und Bussen sowie der Produktion von Komponenten und kleinen Elektrofahrzeugen aktiv.“

Für die bayerische Automobilindustrie ist es interessant zu sehen, wie verschiedene Akteure in Nord-Brabant zusammenarbeiten. „Die Automobil- und Hightech-Industrie wird durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissensinstituten, der Wirtschaft und der Regierung angetrieben. Das wird als die ‚Triple-Helix-Collaboration‘ bezeichnet.“

Der Automobilsektor in Brabant ist in mehrere Teilsektoren unterteilt: Grüne Mobilität, wo an der Reduzierung von Emissionen und dem Energieverbrauch von Autos, dem hocheffiziente ICE Powertrain und dem X EV Powertrain gearbeitet wird. Bei „intelligenter Mobilität“ geht es um „assistenzgestütztes und automatisiertes Fahren“ und beim „kooperativen Fahren“ liegt der Schwerpunkt auf der Skalierung und damit auf Sicherheit und Interoperabilität. Darüber hinaus wird an Cloud-Lösungen und Smart Mobility Services gearbeitet.

Zusammenarbeit in der Triple-Helix

Ein gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit in der Tripel-Helix sind die sogenannten Field Labs. Dies sind Arbeitsräume, in denen die drei Akteure ihr Wissen teilen, um gemeinsam an neuen Technologien zu arbeiten. Am deutlichsten wird dies auf der Testautobahn in Helmond, wo Tests mit autonomem Fahren und unter anderem LKW-Platooning durchgeführt werden.

Seit einigen Jahren kommen Unternehmen aus Bayern und Brabant immer besser zusammen. Ein gutes Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen Amber Mobility und BMW im Bereich Carsharing. Ein wichtiger Teil der Mobilität von morgen ist die Integration von Fahrzeuginfrastruktur und -daten. Auch hierbei entstehen viele Initiativen in den Südniederlanden.

Technische Universität Triebfeder für Start-ups wie SPIKE

Die Technische Universität Eindhoven (TU/e) gilt als wichtige Triebfeder für Start-ups und Scale-ups im Bereich neue Mobilität. Ein interessantes Beispiel ist die Firma SPIKE, die aus einem Studentenprojekt hervorgegangen ist, bei dem Studenten einen Elektromotor bauten, mit dem sie in 80 Tagen um die Welt fuhren. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf die Entwicklung der flexiblen Batteriemodule.

In Deutschland besteht großes Interesse an dem Unternehmen aus Helmond, sagt Mitbegründer Jeroen Bleker. „Es gibt nur wenige Hersteller von flexiblen Batteriemodulen in Europa, die kosteneffizient eine hohe Qualität liefern.“

Es ist bereits zu einer Zusammenarbeit mit der Hochschule Bochum gekommen, die mit einem Elektro-Buggy einen Weltrekord aufstellen will. „Sie verwenden unsere Produkte. Auch andere deutsche Akteure haben insbesondere an der Flexibilität unseres Systems Interesse.“

SPIKE sieht in Deutschland viele Chancen, sagt Bleker. „Wir wollen Batterien an Hersteller von Sonderfahrzeugen in kleinen und mittleren Stückzahlen liefern.“ Ferner arbeitet das Unternehmen bei der Produktion von Batteriemodulen mit deutschen Zulieferern zusammen. „Ich erwarte, dass das nur noch zunehmen wird.“

In München hofft er, neue Kontakte zu knüpfen. „Eine großartige Gelegenheit, sowohl Kunden als auch Produktionspartner zu treffen.“

Das Klima für die Start-ups in Brabant ist so günstig, weil sie unter den erfahrenen Fittichen etablierter Automobilunternehmen und Zulieferer wie TomTom, NXP, DAF-PACCAR, Inalfa, VDL-Nedcar, DSM, Sekisui, Benteler, Signify (vormals Philips lighting) wachsen können. Diese Unternehmen und Wissenszentren sind sehr aktiv in den Bereichen nachhaltige Mobilität, High-Tech-Systeme und -Materialien, Leichtbaulösungen, Elektronik, Mechatronik und Software.

Bayern und Brabant haben vergleichbare Ambitionen

Die Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Noord-Brabant wird in Süddeutschland als sehr angenehm empfunden, sagt Metzger. „Es ist so interessant, weil die beiden Regionen sehr ähnliche Ambitionen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Innovation und die dafür benötigten Anwendungen haben.“

Metzger nennt als Beispiel das „Partners in Business Programme“ (PIBs), das insbesondere aus dem Süden der Niederlande in Süddeutschland sehr aktiv ist. „Darüber hinaus haben beide Regierungen eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) unterzeichnet, um die Zusammenarbeit untereinander zu stärken.“

e-Monday Netzwerkveranstaltung am 16. Oktober in München

Der e-Monday findet parallel zur Fachmesse eMove360° Europe statt (Messe München, Eingang Ost, Halle A6, Messeforum). Mit dem e-Monday-Ticket erhalten Sie auch freien Zutritt zur eMove360° Europe.

Referenten aus Brabant: - FIER Automotive (Moderation) - SPIKE - ROCSYS - Delta Electronics - Eneco - Dens

Nehmen Sie über das Formular unten auf dieser Seite direkt Kontakt auf. ↓