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Deutsch-niederländisches Fieldlab im Bereich Digital Twin gestartet

Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg und Martijn van Gruijthuijsen, Regionalminister für Wirtschaft, Bildung und Kompetenzentwicklung der niederländischen Provinz Noord-Brabant, drückten gemeinsam den Startknopf für das erste deutsch-niederländische Fieldlab für die Industrie. Die Vernetzung zweier starker europäischer Regionen soll den Austausch und die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) bei Unternehmen fördern.

„Digitale Zwillinge sind die entscheidende Technologie der Zukunft zur Erschließung von Potenzialen der Digitalisierung im Unternehmen“, erläutert Peter van Harten, Sonderbeauftragter des niederländischen Smart Industry Programms und einer die Initiatoren des ersten deutsch niederländischen Fieldlabs.

Prof. Daniel Palm, Projektverantwortlicher auf baden-württembergischer Seite ergänzt: „Ein Digital Twin steht für die Verbindung der realen und digitalen Welt. Er ist ein digitales Abbild realer Maschinen, Produkte oder Systeme wie Fabriken oder Organisationen mit deren Eigenschaften, Zustand und Verhalten. Ein Digitaler Zwilling kann zur schnelleren Erfassung von Systemzuständen, zur Prognose von zukünftigem Verhalten und zu einer effizienteren Planung genutzt werden. Gerade bei der Planung spielen Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz eine große Rolle, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

AI4DT: Digital Twins und Künstlicher Intelligenz

Die Potenziale im Unternehmen und in den Wertschöpfungsketten sind enorm. Doch besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stehen bei der Konzeption sowie Anwendung und Nutzung von Digital Twins und Künstlicher Intelligenz vor erheblichen Herausforderungen. Die Fragestellungen und Unsicherheiten betreffen Geschäftsmodelle, Technologien, Sicherheitsaspekte, Software, Integration, Mitarbeiterkompetenzen und Zugang zu objektiven Informationen oder Nutzenbewertungen. Diese Aspekte erschweren die Realisierung von Potenzialen massiv.

Mit dem Aufbau eines gemeinsamen niederländisch-deutschen Fieldlabs „Artificial Intelligence for Digital Twins (AI4DT)“ soll ein erster Schritt gemacht werden, diese Herausforderungen zu bewältigen. Fieldlabs sind Umgebungen, in denen Unternehmen und Forschungseinrichtungen intelligente Industrielösungen entwickeln, testen und implementieren können. Es sind reale und virtuelle Orte, an dem Fachexperten und Lernende zusammenkommen und sich mit der praktischen Anwendung von Lösungen beschäftigen. Sie vernetzen Forschung, Bildung, öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen zu einem Thema.

Das AI4DT-Netzwerk besteht aus Unternehmen, Fachexperten und Technologieanbietern, die sich regelmäßig in gemeinsamen Veranstaltungen treffen, informieren und Erfahrungen teilen. Hierfür steht dauerhaft eine b2b-Kooperationsplattform unter www.ai4dt.com für b2b Matchmaking Aktivitäten und virtuelle Veranstaltungen zur Verfügung. Zudem können an den physischen Standorten im Vorhaben, dem Brainport Industry Campus Eindhoven und dem Werk150 – der Fabrik am Campus der Hochschule Reutlingen, Lösungen demonstriert und anschaulich vermittelt werden.

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Brainport Industries Campus – Luftbild. Quelle: Brainport Industries

Den Aufbau und den Betrieb des AI4DT-Netzwerks unterstützen neben dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg und die niederländische Provinz Noord-Brabant auch das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, IPA, das Steinbeis-Innovationszentrum sowie regionale Netzwerke wie die niederländische Smart Industries und die Allianz Industrie 4.0 aus Baden-Württemberg und Beratungsstellen wie das Steinbeis Europa Zentrum.

Verbindung zwei der innovativsten Regionen Europas

„Die Verbindung zwei der innovativsten Regionen Europas ermöglicht uns, die Potenziale von Digital Twins und Künstlicher Intelligenz mit vereinten Kräften noch besser zu nutzen. Die Vernetzung von Unternehmen und Innovationspartnern aus Baden-Württemberg und Brabant eröffnet vielfältige Chancen für unsere Wirtschaft“, erläutert Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg die grenzübergreifende Aktivität.

Martijn van Gruijthuijsen, Regionalminister für Wirtschaft, Bildung und Kompetenzentwicklung der niederländischen Provinz Noord-Brabant ergänzt: „Es existiert eine Vielzahl von höchst erfolgreichen Wertschöpfungspartnerschaften zwischen den beiden Regionen. Die erfolgreiche Partnerschaft bei Fertigungsanlagen im extremen Ultraviolettbereich zwischen ASML – dem niederländischen Anbieter von Lithographiesystemen, Trumpf und Zeiss ist dabei nur die bekannteste. Trumpf liefert die Laser, Zeiss die Optik für die EUV-Anlagen von ASML. Wir brauchen mehr solcher Erfolgsbeispiele – besonders im Bereich der KMU“.

Im Fokus der Initiative steht die grenzüberschreitende Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen der beiden Regionen, die Unterstützung der Wirtschaft bei der Markterschließung und der Transfer von Wissen in die Anwendung.

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