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Die Auswirkungen von Corona für einen Hightech-Zulieferer

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Das Corona-Virus fordert von vielen KMU das Äußerste. Geschäftsführer Dennis van Dijk von der Nijdra Group hat als Zulieferer u. a. für die biomedizinische Industrie besonders viel zu tun.

Dies sind bizarre Zeiten für Unternehmen. So erlebt es Dennis van Dijk als Direktor der Nijdra Group sicherlich. In dieser Woche sprach er mit seinen Mitarbeiter „mit angemessenem Abstand“ über Großaufträge, die aus der biomedizinischen Industrie hereinkommen. „Corona erfordert das wir die Lieferung von Produkten erhöhen und beschleunigen, damit sie ihre Maschinen im Kampf gegen den Corona-Virus (COVID-19) ausliefern können. Dafür brauchen wir dringend zusätzliches Personal.“

Corona-Virus trifft Familienunternehmen

Gleichzeitig wirkt sich das Corona-Virus auch sehr direkt auf das Familienunternehmen aus. Bereits seit einigen Wochen müssen Mitarbeiter mit Erkältungs- oder Grippesymptomen zu Hause bleiben. „Ein Mitarbeiter bleibt nach seiner Rückkehr aus dem Winterurlaub in Tirol in Quarantäne.“

Als Arbeitgeber muss man schnell entscheiden und klare Vereinbarungen darüber treffen, wie man Entscheidungen sofort treffen und kommunizieren kann, sagt Van Dijk. „Wir halten das Personal auch ständig mit Richtlinien von offiziellen Stellen auf dem Laufenden. Denken Sie dabei an Hinweise auf die persönliche Hygiene und den Umgang mit sozialen Kontakten in der Freizeit.“

Eine Krise wie diese, erfordert es auch das „Haushaltsbuch“ jeden Tag ganz genau im Auge zu behalten. „Damit wir die Zahlungen im Blick behalten und ob diese weiter eingehen. Aber das haben wir als genügsame Niederländer eigentlich schon immer getan.“

Seit letzter Woche arbeiten die Büromitarbeiter fast vollständig zu Hause. „Einige von ihnen waren das aber bereits gewohnt.“ Trotzdem ist das noch lange nicht bei jedem möglich. „Denn viele Personen arbeiten unterstützend in der Produktion, sowohl in der Montage als auch in den Maschinenfabriken. Aber alle Büroangestellten können bei Bedarf von zu Hause aus arbeiten.“

Um die Zahl der persönlichen Kontakte zu reduzieren, finden seit einer Woche alle Termine als Telefon- oder Videokonferenzen statt. „Das haben wir nun auch auf allen Laptops und Computern installiert und einen Telekonferenzraum eingerichtet. Hierüber können wir auf großen Bildschirmen und mit mehr als einer Person mit Kunden und Lieferanten kommunizieren.“

Nachfrage durch Corona stark angestiegen

Der Corona-Ausbruch sorgt für eine starke Zunahme der Nachfrage bei Nijdra, stellt Van Dijk fest. „Wir arbeiten jetzt unter Hochdruck daran, gemeinsam mit den Kunden einen Überblick über die Lieferkette zu bekommen und Engpässe gemeinsam anzugehen.“

Für einen deutschen Kunden baut und testet die Nijdra Group zwei wichtige Module in einer Maschine, die dazu eingesetzt wird, um zum Beispiel die Wirkung von Impfstoffen auf Viren nachzuweisen und zu analysieren. Die Maschine entnimmt automatisch Flüssigkeiten aus Proben und Schalen und mischt diese mit anderen Flüssigkeiten für die Analyse: die so genannten Liquid-Handler oder Pipettierer.

Dabei handelt es sich um mechatronische Module, die zu 100 % getestet an den Kunden geliefert werden, sagt Van Dijk. „Auf diese Weise müssen sie nur noch die Steckern angeschlossen werden, danach ist alles sofort einsatzbereit: Plug and Play!“

Aber nicht nur die Nachfrage aus der biomedizinischen Industrie steigt. Auch die medizinische Industrie klopft an. „Ein niederländischer Kunde, der auf die Installation von Anschlusspunkten für therapeutische Gase in Krankenhäusern spezialisiert ist, hat am vergangenen Wochenende sein gesamtes Lager durchsucht und fragt uns nun nach rund 1.000 Anschlusspunkten. Ursprünglich hatten wir geplant, diese in Chargen bis Juni zu liefern. Das muss nun in den kommenden Wochen geschehen.“

Die Notlage hat aber auch andere Seiten, stellt Van Dijk fest. „Es fördert bei vielen Menschen bisher das Beste zum Vorschein. Das gilt für unsere Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und so weiter.“

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