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Die Verlagerung der Krankenhauspflege nach Hause kann den Druck auf die Krankenhäuser erheblich verringern

Mit den richtigen Investitionen in Innovationen kann in den kommenden Jahren mehr und mehr Krankenhauspflege zu Hause erfolgen, so eine neue Untersuchung der Wirtschaftsabteilung der ING. Die Digitalisierung über E-Health und der Einsatz von Medizintechnik entlastet die Krankenhäuser.

Der Fortschritt in der häuslichen Krankenhausversorgung droht zum Stillstand zu kommen. Obwohl durch den Ausbau viel zu gewinnen ist. Jüngste Initiativen zur Überwachung von Patienten zu Hause zeigen, dass dies den Druck auf überlastete Krankenhäuser verringert.

Neue Technologien ermöglichen die Krankenhauspflege zu Hause

Neue medizinische Technologien machen es möglich, die Krankenhausversorgung beim Patienten zuhause oder in Wohnortnähe zu bieten. Krankenhauspatienten können über Apps und tragbare Geräte, die mit dem Krankenhaus in Kontakt stehen, lernen, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Ärzte und Krankenschwestern können lebenswichtige Körperfunktionen aus der Ferne überwachen, sodass Patienten seltener ins Krankenhaus gehen müssen.

Besonders vielversprechend bei der Behandlung chronisch kranker Patienten

Die Chancen liegen vor allem in der häuslichen Behandlung und Überwachung chronisch kranker Patienten mit z. B. Diabetes oder Herz- und Atemwegsproblemen.

Aber auch Menschen mit Covid-19 können sich häufiger zu Hause erholen, wenn sie dort in Kontakt mit dem Krankenhaus stehen. Das senkt die Überlastung der Krankenhäuser, gibt den Patienten mehr Kontrolle über ihre Erkrankung und beschränkt Infektionsrisiken.

1 bis 1,5 Millionen weniger Krankenhausbesuche im Jahr

Untersuchungen haben ergeben, dass eine solche Patientenüberwachung auf Entfernung die Zahl der ambulanten Krankenhausbesuche für chronisch kranke Patienten um mindestens 25 % verringern kann. Wenn die Krankenhäuser alle chronisch kranken Patienten mit einem weniger komplexen Pflegebedarf aus der Ferne überwachten, bedeutete dies eine jährliche Verringerung um 1 bis 1,5 Millionen Krankenhausbesuchen in den Niederlanden.

Die Patienten scheinen mit der Behandlung, die sie auf diese Weise erhalten, zufrieden zu sein. Neben einer wirksameren Behandlung sparen sie dadurch Zeit und Fahrtkosten. Fast 60 % der von der ING befragten Verbraucher geben an, dass sie, wenn sie regelmäßige Krankenhausbehandlung benötigen, diese lieber zu Hause oder in der Nähe ihres Wohnortes erhalten möchten.

0 % der Krankenhausversorgung könnte bis 2030 auf Entfernung erbracht werden

Es gibt zunehmend Belege dafür, dass die Fernversorgung in Krankenhäusern die Qualität und Kosteneffizienz der Pflege verbessern kann. Auf Grundlage von Tiefeninterviews mit Pflege- und Gesundheitsexperten schätzen wir, dass bis 2030 fast die Hälfte der chronischen Versorgung, d. h. durchschnittlich 20 % des gesamten Krankenhausumsatzes, weitgehend außerhalb des Krankenhauses angeboten werden kann. Dadurch könnten die Gesamtkosten der Krankenhausversorgung bis 2030 um bis zu 10 % oder etwa 3 Milliarden Euro jährlich gesenkt werden.

Eine Reihe von Hindernissen sorgen für Verzögerungen

Trotz der Vorteile ist die Krankenhauspflege zu Hause nur schwer in Gang zu bringen. Drei Hindernisse stehen einer breiten Anwendung bisher im Weg:

  1. Die Organisation und Finanzierung von Gesundheitsorganisationen ist fragmentiert, wodurch viele Beteiligte zusammenarbeiten müssen, um die manchmal gegensätzlichen Interessen zu überbrücken.
  2. Die Finanzierung beruht auf der Rückerstattung der geleisteten Pflege anstatt auf den Pflegeresultaten. Dies ermutigt Krankenhäuser nicht dazu, die Qualität und Effizienz ihrer Versorgungsprozesse zu verbessern.
  3. Darüber hinaus kostet die Entwicklung neuer Pflegeverfahren oft zunächst Zeit und Geld, bevor sie zu Einsparungen führen.

Mehr Ko-Kreation bei der Entwicklung medizinischer Technologien

Die Krankenhäuser könnten diesen Herausforderungen durch langfristige Vereinbarungen mit Krankenversicherern und einer verstärkten Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsdienstleistern und Lieferanten von medizinischen Geräten und IKT-Systemen begegnen. Die Regierung und die Krankenversicherer könnten auch die häusliche Krankenhauspflege mit mehr Koordination und gebündelter, auf Qualität und Effektivität ausgerichteter Finanzierung fördern.

Hersteller medizinischer Geräte und Systeme täten gut daran, in einem früheren Stadium bei der Entwicklung mobiler Anwendungen intensiv mit Krankenhäusern und Krankenkassen zusammenzuarbeiten. Ko-Kreation scheint oftmals notwendig, um ausreichende medizinische Belege zu erhalten und die Markteinführung neuer Produkte zu verkürzen.

An diesem Beitrag haben mitgewirkt:

  • Produktion: Emma van Harten
  • Partnerships: Derk Marseille
  • Redaktion: Bertus Bouwman und Peter Oehmen (sprachliche Adaption)

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