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Dieser Maschinenbauer hat eine Lösung zum Desinfizieren von Krankenhausbetten entwickelt

Betten zu desinfizieren, ist für Krankenhäuser ein sehr aufwendiger Prozess. Dieser Maschinenbauer hat eine Maschine entwickelt, mit der außerdem auch die Qualität garantiert wird.

Weber Hospital Systems ist ein relativ junges Unternehmen, das 2017 gegründet wurde. Es ist Teil von Weber Machinebouw, einem Familienunternehmen, das es bereits seit 61 Jahren gibt. 2014 hat Weber ein einmaliges Projekt am Erasmus Medical Center in Rotterdam durchgeführt. Dort wurden damals Krankenhausbetten noch von Hand gereinigt, ein arbeitsintensiver und nicht validierter Prozess. Normalerweise ist Weber Machinebouw in der Metallindustrie tätig und das Unternehmen ist über Umwege in diesem Projekt gelandet. Es war ein interessantes Projekt und in dieser Zeit entstand die Idee, dass es für die Reinigung von Krankenhausbetten vielleicht einen größeren Markt geben könnte. Krankenhausbetten werden immer noch häufig manuell gereinigt, das ist teuer, es mangelt oft an Personal und das Ergebnis ist nie 100 %. Allerdings hinkt die Automatisierung in Krankenhäusern hinterher.

Thermisches Desinfizieren

Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Erasmus MC die Betten manuell mit Wasser und Chemikalien gereinigt, nachdem sie mehrere Jahre lang mechanisch mit Hilfe von (chemischer) Desinfektion gereinigt worden waren. Während in den Niederlanden die Reinigung von Krankenhausbetten und Matratzen Vorschrift ist, verlangen die meisten europäischen Länder eine Desinfektion der Betten. Die Desinfektion von Betten kann auf zweierlei Arten erfolgen: chemisch oder thermisch. Für das Projekt im Erasmus MC entschied man sich, die Betten thermisch mit Dampf zu reinigen.

Die von Weber Hospital Systems entwickelte Maschine besteht aus einer Reihe von Kabinen. In der ersten Kabine ist das Bett identifiziert. Jedes Bett hat einen Code, in dem Marke und das Modell enthalten ist. Dieser Code wird gescannt. Anschließend wird das Bett mit einer Schiebeeinheit automatisch in die Waschkabine transportiert. Danach fährt eine Platte herunter und hebt die Matratze mit einem Vakuum an, um sie getrennt vom Bettgestell zu reinigen. Die Matratze läuft durch eine Art „Briefkasten“ und wird von allen Seiten mit Dampf behandelt. Im unteren Teil der Kabine wird das Bett von Robotern gereinigt.

Herausforderung

Die Herausforderung bestand darin, möglichst nah an das Bett heranzukommen, damit der Dampf möglichst wenig Temperatur verliert. Weber Hospital Systems war der Meinung, dass dies am besten mit einem Roboter zu bewerkstelligen sei. Die beiden Yaskawa GP25-12-Roboter in IP67-Ausführung sind mit einer Lanze mit Dampf- und Luftdüsen ausgestattet. Die Roboter ermöglichen es, den heißen Dampf möglichst nah an alle Teile des Bettes zu bringen. Das Wasser im Dampf weicht den Schmutz ein und lässt ihn abfließen, während die Temperatur des Dampfes Mikroorganismen abtötet. Zusätzlich zum Dampf wird Luft mit hohem Druck eingeblasen, um das Wasser möglichst schnell wieder herauszubekommen. Heutzutage enthalten Krankenhausbetten immer mehr Elektronik, wie z. B. eine eingebaute Waage oder WLAN, wodurch die Behandlung mit viel Wasser oder Chemikalien Risiken mit sich brächte. Dampf enthält sehr wenig Wasser und ist sogar für Betten mit viel Elektronik, wie z. B. ITS-Betten, geeignet.

200 Betten am Tag

„Die Reinigung von Krankenhausbetten durch Menschen hängt vollkommen von der Person ab, die sie durchführt. Wenn die betreffende Person an diesem Tag weniger motiviert ist oder sich unwohl fühlt, geschieht das Waschen wahrscheinlich nachlässiger als sonst. Mit dieser Bettenwaschmaschine ist jedes Bett immer genau gleich sauber“, sagt Erik Sierkstra, Geschäftsführer von Weber Hospital Systems. Wenn das Waschprogramm beendet ist, fährt das Bett in die nächste Kabine weiter. Dort wird die Matratze wieder auf das Bett gelegt und es ist gereinigt. Der gesamte Vorgang dauert etwa sechs Minuten, was 10 Betten pro Stunde und gut 200 Betten pro Tag bedeutet.

Als Weber sich entschied, diesen Markt weiter zu erkunden, sprach das Unternehmen mit vielen Parteien unter anderem mit den Herstellern aller gängigen Roboter. „Wir wollten uns darauf verlassen können, dass wir sowohl in den Niederlanden als auch im Ausland guten Service, Wartung und Support erhalten“, sagt Sierkstra. „Außerdem wollten wir so viel wie möglich aus dem System herausholen können. Da wir viele Projekte im Ausland durchführen, können wir nicht jedes Mal einen Mechaniker in ein Flugzeug setzen, wenn etwas schiefläuft. Wir wollen möglichst viel mit dem Roboter aus der Ferne kommunizieren können und alle möglichen Informationen aus ihm herausholen. Das ist zeitlich und kosten-/preistechnisch wichtig.“

Yaskawa arbeitete bereits mit mehreren (SPS-)Softwareanbietern zusammen und war offen, auch mit Sigmatek, der Software, die Weber einsetzt, zusammenzuarbeiten. Es wurde ein Dreieck zwischen Yaskawa, Sigmatek und Weber gebildet, um dafür zu sorgen, dass die Maschinensoftware mit der MotoLogix-Software des Roboters kommunizieren kann. Das Yaskawa Teach Pendant wird nicht verwendet, sondern Weber nimmt die Roboter mit einer eigenen Software in Betrieb und ist in der Lage, aus der Ferne viele Informationen von den Robotern zu erhalten. Die Tatsache, dass Yaskawa sich an dieser Integration beteiligen wollte, war einer der Gründe, warum die Wahl auf Yaskawa fiel.

Lokale Serviceunterstützung

„Letztes Jahr sind wir richtig durchgestartet und jetzt läuft es gut. Die Kabinen 7 und 8 werden in den kommenden Wochen bestellt“, so Sierkstra weiter. „Die ersten Maschinen sind jetzt in Dänemark, Deutschland, und Norwegen. Und wir sind im Gespräch mit Krankenhäusern in der Schweiz. Hoffentlich werden es noch viele mehr! Es ist ideal, dass Yaskawa in diesen Ländern überall lokale Serviceunterstützung anbietet.“

Der Name der Maschine ist VDS: Validated Disinfection System. Die VDS ist Teil des Rundgangs durch das Erasmus Medical Centre, in dem gut 15.000 Menschen arbeiten. Sogar König Willem Alexander war in den letzten Jahren zweimal dort und ist mit der VDS zusammen auf einem Foto. Menschen mögen Roboter. Die Maschine ist eigentlich ein geschlossener Kasten aus Edelstahl, aber die Seiten sind aus Glas, einfach damit man hineinschauen kann. In dem Krankenhaus in Dänemark werden sogar Kameras aufgehängt und die Bilder sind auf großen Bildschirmen in der Eingangshalle zu sehen. Das ist schön zu sehen, zeigt, dass die Patientensicherheit wichtig ist, und unterstreicht, dass alles sauber und hygienisch ist.

Maschinenbau mit einem bisschen Robotisierung

Bisher war Weber Machinebouw hauptsächlich in den Bereichen Metallverarbeitung, Gewächshausbau, Automotive und vielen anderen Bereichen tätig. „Das war vollkommen außerhalb unserer Komfortzone. Wir sind nur einfache Maschinenbauer aus Westfriesland und keine Desinfektionsspezialisten. In der Zwischenzeit haben wir Leute eingestellt, die sich auf diesem Markt auskennen“, sagt Erik Sierkstra. In dieser Zeit wuchs das Interesse enorm und Weber Hospital Systems erhielt eine Förderung von der Europäischen Kommission, um das Produkt weiterzuentwickeln. Weber befindet sich nun in einer Branche, die in Bezug auf Automatisierung einige Schritte machen muss, Schritte, die Weber Hospital Systems macht. „Mit dem Wissen, das wir aus dem Maschinenbau haben, mit ein bisschen Robotisierung und dem Service von Yaskawa.“

An diesem Beitrag haben mitgewirkt:

  • Produktion: Emma van Harten
  • Partnerships: Derk Marseille
  • Redaktion: Bertus Bouwman und Peter Oehmen (sprachliche Adaption)

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