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Foodtech: Wie Roboter die Lebensmittelindustrie revolutionieren

In der Lebensmittelindustrie nimmt der Einsatz von Robotik und Datentechnologie zu. Die Wirtschaftsabteilung der ING untersucht, wie dies zur Bezahlbarkeit von Lebensmitteln und zur Transparenz über Herkunft und Produktion beiträgt.

Die Mehrheit der niederländischen Verbraucher möchte mehr darüber wissen, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden, so eine Untersuchung der Wirtschaftsabteilung von ING. Datentechnologie hilft Lebensmittelherstellern, mehr Informationen aus der Produktionskette auszutauschen. Für niederländische Hersteller ist der Einsatz neuer Technologien nicht nur nützlich, sondern auch notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Robotisierung und Digitalisierung erhöhen die Mitarbeiterproduktivität und helfen, zukünftige Personalengpässe zu vermeiden.

Roboter und Datenanalysen fördern das Produktivitätswachstum

Abnehmer in der Lebensmittelindustrie, wie z. B. Supermärkte, stellen immer strengere Anforderungen an Produkte und verlangen größere Mengen zu niedrigen Preisen. Durch Investitionen in Produktionstechnologie in Höhe von 1,4 Milliarden Euro im Jahr gelingt es den niederländischen Lebensmittelherstellern, die Arbeitsproduktivität zu steigern und die Marktnachfrage zu befriedigen.

Das Produktivitätswachstum ist jedoch noch nicht ausgeschöpft. Momentan setzt etwa jeder vierte Hersteller Robotik und/oder Analysen von Big Data ein. Ein weiterer Anstieg ist in Sicht. Das Aufkommen von künstlicher Intelligenz liefert die Denkleistung, um Produktionsprozesse effizienter zu gestalten, und der Verkauf von Robotern an die Lebensmittelindustrie nimmt zu.

Die Zahl der Roboter in der niederländischen Lebensmittelindustrie hat sich in fünf Jahren vervierfacht:

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Verbraucher wollen mehr über die Produktion ihrer Lebensmittel wissen

Der Beitrag von Produktionstechnologie an Lebensmitteln ist für den Verbraucher oft nicht nachvollziehbar. Informationen über die Produktionsschritte und die einzelnen Glieder in der Lebensmittelkette finden nach wie vor nur in begrenztem Umfang den Weg zum Verbraucher. Die Mehrheit (52 %) der Befragten in der ING-Umfrage gab an, mehr über die Produktion ihrer Lebensmittel wissen zu wollen.

Datentechnologie erleichtert den Informationsaustausch in der Produktionskette, sodass mehr Lebensmittel bis auf die Produktebene zurückverfolgt werden können. „Mehr Transparenz über die Herkunft und Produktion von Lebensmitteln hilft, die Distanz zwischen Erzeuger und Verbraucher zu überbrücken. RFID-Chips ermöglichen es zum Beispiel, Fleischprodukte vom Ursprung bis auf den Teller zu verfolgen. Dazu ist häufig eine weitreichende Zusammenarbeit innerhalb der Produktionskette erforderlich“, sagt Ceel Elemans, Sector Banker Food & Agri bei ING.

Alterung der Bevölkerung stellt eine Herausforderung für die Lebensmittelindustrie dar

In Bezug auf Personal steht die Lebensmittelindustrie vor einer doppelten Herausforderung. Über ein Viertel der 150.000 Beschäftigten wird bis 2030 in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig erfordern immer komplexere Produktionsprozesse eine Ausbildung des Personals und den Zustrom von Mitarbeitern mit neuen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Technologie kann den Menschen schwere Arbeit abnehmen, die Arbeitsproduktivität auf ein höheres Niveau bringen und dazu beitragen, das Risiko künftiger Personalengpässe zu verringern. Ein weiteres Investitionswachstum ist dabei sehr wichtig.

Bei einer Zunahme der Investitionen auf 2 Milliarden Euro im Jahr 2030 geht die Wirtschaftsabteilung der ING davon aus, dass fast die Hälfte des künftigen Personalbedarfs durch technologische Innovationen gedeckt werden kann. Ceel Elemans: „Die Branche kann international nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie in der Lage ist, die Investitionen in die Produktionstechnologie zu erhöhen und den Zustrom von technischem und analytischem Personal zu steigern.“

An diesem Beitrag haben mitgewirkt:

  • Produktion: Emma van Harten
  • Partnerships: Derk Marseille
  • Redaktion: Bertus Bouwman und Peter Oehmen (sprachliche Adaption)

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