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Für die Generation YZ relevant sein: Warum dieser Steuerberater gerne mit Studenten zusammenarbeitet

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Was brauchen man als etabliertes Steuerberatungsbüro, um sich auf die Zukunft vorzubereiten? Steuerberater Holger Latzel erklärt, wie ihn Studenten der Hogeschool Fontys in Venlo inspirieren.

Was als Studienprojekt mit Studenten der Hogeschool Fontys in Venlo beim Steuerberater Latzel in Kempen begann, hat sich zu einem frischen Wind im Unternehmen entwickelt, sagt Geschäftsführer Holger Latzel. „Da wir uns ein Projekt für die Student/innen ausdenken mussten, waren wir auch gezwungen, darüber nachzudenken, wie wir als Unternehmen auch in Zukunft für die Generation YZ relevant bleiben. Allein diese Selbstreflexion ist schon sehr lehrreich.“

Nach dem Pitch wurde das Unternehmen einer Studentengruppe zugeteilt, die zufällig nur aus deutschen Studenten bestand, die in den Niederlanden studieren. „Die Stimmung war sofort gut. Sehr offen und locker.“ Gemeinsam entwickelten sie eine Umfrage, um herauszufinden, was die junge Generation von einem Steuerberater erwartet. „Das funktioniert so gut, dass wir das jetzt standardmäßig bei neuen Kunden nutzen. Dadurch kann man sofort viel mehr aus der Kundenbeziehung herausholen. Wir bekommen eine bessere Vorstellung davon, was der Kunde wirklich sucht.“

Jüngeren Zielgruppe ansprechen

Lennart Greven ist einer der an dem Projekt beteiligten Studenten. „Es ist gut, dass man so direkt in ein Unternehmen hineinschauen kann und einen konkreten Auftrag hat. Es ist kein theoretischer Fall. Dadurch wird man gezwungen, die Theorie anzuwenden.“

Junge Selbständige haben vielleicht nicht das Budget wie KMU, aber ihnen wird mit dem Wissen geholfen, das die Steuerberater bereits im Haus haben, stellte Greven nach Recherchen fest. Dadurch kann das Büro sein Angebot erweitern. „Junge Selbständigen muss man niederschwellige Beratung bieten. Je digitaler, desto besser.“

Projekt läuft trotz Coronakrise problemlos weiter

Das Projekt, das ein ganzes Studienjahr in Anspruch nimmt, wurde durch die Coronakrise im Februar plötzlich unterbrochen. Die persönlichen Treffen entfielen, aber das Projekt lief ohne Probleme online weiter, sagt Latzel. „Gemeinsam sind wir in die sozialen Medien eingetaucht. Welche Zielgruppen erreicht man mit Xing und Linkedin und sind Facebook und Instagram für uns ebenfalls relevant? Und wie präsentiert man sich dort?“

Gerade durch die Coronakrise kamen die Studenten auf die Idee, Webinare professioneller zu organisieren. „Dies ist ein typisches Beispiel dafür, wie viele Ideen erst im Laufe des Projekts entstanden sind. Manchmal gingen wir sogar in eine ganz andere Richtung. Diese Flexibilität ist heutzutage notwendig und wurde vom Fontys-Projektbetreuer aktiv gefördert.“

Offenheit in der Zusammenarbeit schafft Raum für Kreativität

Latzel ist selbst seit Jahren mit der Digitalisierung seines Unternehmens beschäftigt. „Seit jeher hatten wir vor allem Familienunternehmen hier vom Niederrhein als Mandanten. Aber weil wir digital arbeiten, hat sich unser Mandantenstamm auf ganz Deutschland ausgeweitet.“

Die Zusammenarbeit mit der Hogeschool Fontys sorgt auch wieder für neue Impulse, sagt Latzel. „Schon die Zusammenarbeit ist unglaublich unkompliziert. Diese Offenheit bietet Raum für Kreativität und Flexibilität. Das ist es, was wir jetzt brauchen.“

Diese Einstellung spiegelt sich in der Studentengruppe wider. „Der Rahmen wurden geschaffen, um neue Dinge auszuprobieren.“ Insbesondere wenn man grenzüberschreitend arbeitet, ist das wichtig, merkt er an. „Man braucht Fingerspitzengefühl, auch wenn man mit dem Nachbarland arbeitet. Einerseits muss man fachliches Wissen über die Unterschiede aufbauen. Aber darüber hinaus auch Empathie für kulturelle Unterschiede aufbringen. Auf diese Weise lernt man, dass man manchmal andere Erwartungen hat oder in bestimmten Situationen anders reagiert. Solange man sich dessen bewusst ist, erhält man Anerkennung.“

An diesem Beitrag haben mitgewirkt:

  • Produktion: Emma van Harten und Leandra Marzluff
  • Partnerships: Derk Marseille
  • Redaktion: Bertus Bouwman und Peter Oehmen (sprachliche Adaption)

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