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Grüner Wasserstoff: deutsch-niederländischer Energietag

Grüner Wasserstoff soll die deutsche und niederländische Schwerindustrie fossilfrei machen


Europa muss in der Lage sein, kurzfristig 10 Millionen Tonnen an grünem Wasserstoff zu produzieren, damit sich die Schwerindustrie schnell von fossilen Energieträgern befreien kann. Spitzenpolitiker und führende Manager diskutieren die Chancen beim deutsch-niederländischen Energiedialog am 9. Juni in Köln.

Wasserstoff spielt im europäischen Energiemix mit 2 % nur eine bescheidene Rolle und wird immer noch überwiegend aus fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Kohle hergestellt. Das muss sich radikal ändern, so ist es in der Europäischen Wasserstoffstrategie zu lesen. Um bis 2027 unabhängig von russischem Gas zu werden und gleichzeitig den Erfolg des Green Deals zu sichern, muss schnell ein großer Wandel erfolgen. Grüner Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird, soll dazu beitragen, dass Europa bis 2050 klimaneutral wird.

Hauptsächlich die Schwerindustrie kann von einem schnellen Übergang zu grünem Wasserstoff profitieren. Dies wurde auch während des Wasserstoffgipfels in Rotterdam im Mai deutlich, bei dem europäische Pläne zur Beschleunigung der Einführung von grünem Wasserstoff vorgestellt wurden. Der „Wasserstoff-Beschleunigungsplan“ besagt, dass Europa 10 Millionen Tonnen grünen Wasserstoff selbst produzieren soll. Die gleiche Menge muss durch Importe hinzukommen.

Energieunabhängigkeit sei seit dem Krieg in der Ukraine noch wichtiger geworden, sagte Klima- und Energieminister Rob Jetten bei dieser Veranstaltung. „Deshalb müssen wir den Markt für Wasserstoff in Schwung bringen.“

Er plädiert dafür, gemeinsam mit Belgien und Deutschland zum europäischen Wasserstoff-Hub zu werden. Um dies zu erreichen, ist eine engere Zusammenarbeit bei der Gesetzgebung und Regulierung auf EU-Ebene erforderlich. „Wasserstoff soll bis 2030 weltweit verfügbar sein. Lassen Sie uns in diesem Jahr den Durchbruch von Wasserstoff sorgen.“

Bei einem Treffen mit Thyssengas erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Oliver Krischer, dass es sehr wichtig sei, alle Akteure der Wasserstoffindustrie zu vernetzen. Seiner Meinung nach ist grüner Wasserstoff die einzig richtige Variante, auf welche die Industrie in den kommenden Jahren umsteigen sollte.

Grüner Wasserstoff beim deutsch-niederländischen Energiedialog

Das Ziel ist klar, aber wie soll die Industrie vorgehen? Darüber diskutieren die genannten Vertreter aus der Politik beim deutsch-niederländischen Energiedialog am 9. Juni im Shell Energie- und Chemiepark in Wesseling. Die Organisation liegt in den Händen der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) und Shell.

Damit der Übergang zu einer grünen Industrie gelingt, ist der Beitrag der Industrie entscheidend. Dieser kommt von Manon van Beek, CEO des deutsch-niederländischen Netzbetreibers TenneT, Han Fennema CEO der Gasunie, Allard Castelein, CEO Hafen Rotterdam und Dr. Fabian Ziegler CEO der Deutschen Shell Holding GmbH. Sie werden über den Energiemix der Zukunft diskutieren und darüber, wie Deutschland und die Niederlande in diesem Bereich zusammenarbeiten können.

Technische Fragen zur Umstellung werden von Jurgen Hoekstra, BASF-Vizepräsident von RWE, Dr. Sopna Sury, COO und Dr. Arnd Köfler, CTO von Thyssenkrupp besprochen.

Außerdem sprechen der niederländische Botschafter in Deutschland, Roland van Roeden, und der Wasserstoffforscher Dr. René Peters vom Forschungsinstitut TNO. Letzterer berichtet über die Ergebnisse der Studie Hy 3 + CE Delft zur groß angelegten Wasserstofferzeugung. Er geht auf die Frage ein, wie viel grünen Wasserstoff Europa tatsächlich braucht.

Es geht auch um die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, einen integrierten Energiemarkt für Deutschland und die Niederlande und wie dieser als Modell für Europa dienen kann.

Besuch in Refhyne, der größten Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage Europas

Die Konferenzteilnehmer werden auch Refhyne besichtigen, Europas größter Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage, die mit Unterstützung der EU und sieben Partnern auf dem Gelände der Shell Rheinland-Raffinerie gebaut wurde. Seit letztem Jahr wird hier grüner Wasserstoff produziert.

Wasserstoff kann in Brennstoffzellen gespeichert und in der Industrie flexibel eingesetzt werden, um Schwankungen bei der Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie auszugleichen, so Dr. Marco Richrath, Direktor der Shell Rheinland Raffinerie in Wesseling in einer Erklärung an die Europäische Kommission. „Eine breitere Nutzung von Wasserstoff ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einem klimaneutralen Europa, ein Ziel, das die EU bis 2050 erreichen will.“

Anmeldung und weitere Informationen

Die DNHK und Shell veranstalten am 9. Juni (14:00 – 18:00 Uhr) im Shell Energie- und Chemiepark in Wesseling bei Köln den Deutsch-Niederländischen Energiedialog. Weitere Informationen und Anmeldung bei der Deutsch-Niederländischen Handelskammer.

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