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Industrie X: Europäische KI-Koalition im Wettbewerb gegen China und die USA notwendig

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Wenn Europa bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz nicht besser zusammenarbeitet, werden Autos, Maschinen und Ärzte bald aus China und den USA kommen. In der neuen Industry X Talkshow setzen sich Fabian Westerheide, Sigrid Helbig und Peter van Harten für ein europäisches KI-Ökosystem ein.

Die neue Industry X Talkshow mit Sigrid Helbig (The Economic Board Arnheim-Nimwegen) und dem Unternehmer, Investor und KI-Experten Fabian Westerheide. Moderation: Derk Marseille (Tothem.co) und Peter van Harten (Smart Industry Botschafter, Niederlande). Industrie X Talkshow: „Die EU braucht ihre eigenen KI-Standards. Investieren Sie 10 % Ihrer Zeit und Ihres Kapitals in Daten und Analysen.“

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Künstliche Intelligenz, das ist doch alles ganz weit weg? Weit gefehlt, sagt Fabian Westerheide. Der Unternehmer und Investor treibt mit seiner Tätigkeit seit 2014 den Aufbau eines europäischen KI-Ökosystems voran. „Wenn wir nichts tun, wird uns jede zukünftige Entscheidung in unserem täglichen Leben aus den USA oder China diktiert werden. KI ist also doch sehr nah.“

Sigrid Helbig sieht die Niederlande als führend in der Digitalisierung. „Deutschland trägt die Last der Geschichte. Insbesondere der Zweite Weltkrieg und die DDR.“ Doch jetzt geht es sehr schnell mit der Digitalisierung, stellt Fabian Westerheide fest. „Es boomt. Nicht unbedingt Unternehmen, der Anstoß kommt von Behörden, Ämtern, Gerichten und Schulen.“

Auch Peter van Harten merkt die Veränderung. „ERP-Software für Teams installieren, ist jetzt möglich. Deutschland kann umdenken, wenn es sein muss.“ Aber es geht noch besser, sagt Helbig. „Wir müssen stärker in Ökosystemen denken. Und das erfordert Mut.“

Europäische Trägheit

Westerheide: „Meine Eltern sind beide Unternehmer. Für mich ist unternehmen daher etwas Normales, aber damit bin ich in Deutschland eine Ausnahme.“ China macht das besser, sagt er. „Wir in Europa sind viel langsamer. Die EU reagiert nur. Wir bauen weiterhin Mauern zum Schutz unseres Wohlstands, anstatt unseren Platz im globalen KI-Ökosystem zu sichern.“

Der Investor setzt sich für ein europäisches KI-Ökosystem ein. „Nur dann haben wir gegenüber den Vereinigten Staaten und China eine Chance.“ Seiner Meinung nach geht es um kulturelle Werte. „Dafür müssen wir stehen.“

In der Praxis bedeutet das, dass Unternehmer Daten als Kern ihres Geschäfts betrachten müssen. „Steuerung mit Hilfe von Daten, Maschinen digitalisieren.“ Dazu benötigt man Kapital und Fachleute. „Wir können Menschen mit besserer Bezahlung und Lebensqualität in Europa anziehen. Wenn wir nichts unternehmen, werden unsere Autos, Maschinen, Ärzte und Lehrer bald aus den USA und aus China kommen.“

Eine Veränderung im Mittelstand ist notwendig

Dazu ist eine Veränderung im Mittelstand notwendig. Helbig plädiert daher für mehr Szenarien. „Geschäftsideen zeigen, wie KI unterstützt, und stellen Sie die Verbindung zur Bildung her.“ Van Harten meint, es muss noch konkreter sein. „Ich habe das Gefühl, dass die angeführten Beispiele für viele Mittelständler noch sehr weit entfernt sind.“

Gleichzeitig passiert aber auch schon sehr viel, wie zum Beispiel in der Region Arnhem Nimwegen. „Bei uns werden Lungen-CT-Scans durchgeführt, aber diese Technologie kann jetzt weltweit eingesetzt werden.“

Westerheide sieht ebenfalls eine zunehmende Beachtung von KI. „Meine erste Konferenz im Jahr 2014 begann mit 10 Personen, jetzt ziehen wir Tausende interessierter Menschen aus der ganzen Welt an.“ Seine nächste Veranstaltung ist die RiseofAI am 17. und 18. November: Summit Strategy and Society. Dabei geht es um die Anwendung von KI. „Beginnen Sie mit Ihrer eigenen Dateninfrastruktur, dann folgt die Analyse für die vorausschauende Instandhaltung.“

KI ist die goldene Spitze der Pyramide, sagt er. „Es beginnt mit dem Bewusstsein für die Bedeutung von Daten. Dann die Umsetzung, die Nutzung von Echtzeitdaten, die Möglichkeit den Einsatz von Betriebsmitteln und Mitarbeitern vorherzusagen. Anschließend kann die KI zur Optimierung (auf 100 % Effektivität) eingesetzt werden. Letztendlich folgen die Menschen ihrem Herzen und können immer nur das tun, was sie auch gut finden.“

Arbeitsplätze, die niemand mag, werden verschwinden

Bis 2050 sieht die ideale Welt für Westerheide so aus, dass alles, was man nicht sieht - vom Callcenter bis zum Lastwagen - automatisch nachhaltig gesteuert wird. „Erst wenn man es will, hat man einen bezahlten Job.“

Für ihn ist das kein dekadenter Überfluss, sondern ein natürlicher Umgang mit Mensch und Natur. „Die Mehrheit der Leute befindet sich im Upload (Personen werden simuliert). Aus der Grundlinienmatrix entsteht eine zweite Ebene dessen, was wir als „Mensch“ betrachten. Das Whitepaper der EU über KI finde ich sehr gut. Denn das Thema steht auf der Tagesordnung. Wir müssen handeln! In die Hände spucken.“

Helbig ist etwas weniger optimistisch. „So weit werden wir in 30 Jahren nicht kommen. Aber ich denke schon, dass wir Arbeitsplätze, die niemand haben will, automatisieren können.“ Die gemeinsame Schlussfolgerung ist, dass viel mehr in KI und grenzüberschreitende Aktivitäten investiert werden muss. „Konkrete Tipps: Verbringen Sie 10 % Ihrer Zeit mit KI. 4 Stunden pro Woche. Fangen Sie damit an.“

An diesem Beitrag haben mitgewirkt:

  • Produktion: Emma van Harten und Leandra Marzluff
  • Partnerships: Derk Marseille
  • Redaktion: Bertus Bouwman und Peter Oehmen (sprachliche Adaption)

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