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MedtecLIVE: Zuverlässige Lieferanten für belastbare MedTech-Lieferketten in Europa


Um Probleme in Lieferketten zu vermeiden, sucht die Medtech-Branche immer häufiger zuverlässige Lieferanten in Europa. Niederländische Zulieferer haben viel Erfahrung damit, sich bereits in einem frühen Stadium an der Entwicklung neuer, innovativer Produkte zu beteiligen.

Die Medtech-Industrie muss ihre Lieferkettenstruktur diversifizieren, um belastbare Lieferketten zu schaffen, so die Schlussfolgerung des MedtecLIVE-Trendberichts im Vorfeld der Messe. Die Anfälligkeit der Lieferketten hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehrmals gezeigt. Vom 3. bis 5. Mai werden niederländische Anbieter in Stuttgart zeigen, dass sie ein zuverlässiger Faktor in der europäischen Medizintechnik sind.

Diversifizierung wichtig für robuste Lieferketten

In dem Trendbericht wird, Prof. Dr. Alexander Sandkamp, Juniorprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel zitiert. Er sieht, wie sich Erstausrüster jetzt auf die Krisen von morgen vorbereiten. „Die Vorsichtsmaßnahmen werden jetzt getroffen.“

Sandkamp nennt drei Faktoren: „Diversifizierung, Vorratsbildung und Recycling. Es ist wichtig, dass sich die Unternehmen breit aufstellen für robuste Lieferketten. Nicht abhängig sein von einzelnen Lieferanten, sondern Produkte von verschiedenen Herstellern aus unterschiedlichen Ländern beziehen.“ 

Um die Medizintechnikbranche in Europa krisenfester zu machen, strukturieren die Hersteller jetzt ihre Lieferketten, indem sie für einen gesunden Mix aus außereuropäischen und heimischen Zulieferern sorgen. Dafür ist der Einsatz digitaler Lösungen, Automatisierung und künstlicher Intelligenz unerlässlich.

Niederländische Zulieferer schon frühzeitig in die Entwicklung einbezogen

In Halle 10 (Stand 10-414) stehen 20 niederländische Anbieter, die gut an der orangenen Farbe zu erkennen sind, auf einem Gemeinschaftsstand. 

Niederländische Zulieferer haben sich durch die enge Zusammenarbeit mit internationalen Erstausrüstern zu Partnern in der Wertschöpfungskette entwickelt. Zulieferer spielen heutzutage eine erhebliche Rolle in Bezug auf Schlagkraft und Innovation. Eine Schnittstellenoptimierung führt zu einer verkürzten Time-to-Market Spanne und hilft auch deutschen Unternehmen sich im globalen Wettbewerb behaupten zu können. 

Mannes Westhuis, BKB Precision

Ein Beispiel ist der Kunststoffverarbeiter BKB Precision. „Unsere Flexibilität, Transparenz und hohe Qualität werden geschätzt“, sagt Inhaber Mannes Westhuis. „Kürzlich konnten wir einen Kunden aus der Medtech-Branche überzeugen, indem wir innerhalb von 1,5 Wochen einen Prototyp geliefert haben. Wir betrachten einander nun als strategische Partner.“

Auch die Nijdra Group wird vom Auftraggeber am liebsten bereits in der  Konzeptphase einbezogen, sagt Geschäftsführer Dennis van Dijk. „Unsere Co-Ingenieure können so direkte Empfehlungen zur Machbarkeit und Montage geben. Sie stehen in direktem Kontakt mit unseren Maschinenführern im Technikzentrum. Dies war vor allem für den kritischsten Teil, das Gehäuse, sehr nützlich.“

Zu diesem Zweck hat die Nijdra Group seit 2020 eine besondere Kooperation mit dem deutschen Engineering-Dienstleister B&W Engineering und Datensysteme GmbH. „Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Kunden ein komplettes Paket anbieten zu können, von Produktentwicklung bis Produktion und Logistik.“

„Unsere Co-Ingenieure können so direkte Empfehlungen zur Machbarkeit und Montage geben. Sie stehen in direktem Kontakt mit unseren Maschinenführern im Technikzentrum."

„Unsere Co-Ingenieure können so direkte Empfehlungen zur Machbarkeit und Montage geben. Sie stehen in direktem Kontakt mit unseren Maschinenführern im Technikzentrum.“

Beide Unternehmen haben zum Beispiel gemeinsam an der Entwicklung eines Kalibriersystems bzw. eines optomechatronischen Einstellmoduls für medizinische Präzisionsmikroskope gearbeitet. Co-Ingenieur Ton ten Bosch sieht die Vorteile dieser engen Zusammenarbeit. „Nach der gemeinsamen Entwicklung der Prototypen ist der Kunde hierhergekommen, um zusammen mit uns das Modul zu montieren. Für den Bau der Prototypen haben wir Werkzeuge entwickelt und Empfehlungen gegeben, und nach der Montage haben wir sofort eine Bewertung vorgenommen und dem Kunden zusätzliche Verbesserungen vorgeschlagen.“ 

Die hohen Qualitätsanforderungen der deutschen Medizinindustrie passen gut zu FMI, sagt Geschäftsführer Henk Jansen. „Aus diesem Grund sind wir gerne schon in der Einführungsphase in die Entwicklung neuer Produkte involviert, um bei der mechanischen Machbarkeit und Umsetzbarkeit mitzudenken. Wir haben inzwischen viel Erfahrung mit dieser Art der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gesammelt.“ 

Entwicklung und Realisierung eines 3D-gedruckten Einweg-Titanteils für die orthopädische Chirurgie.

Im Rahmen der Diversifizierung der Lieferkette spielt das niederländische Unternehmen QoCreators, das die Produktion von Kunststoff, Stahl und Aluminium in einem Umkreis von 300 km um Shanghai in China auslagert, eine wichtige Rolle. „Unser eigenes ISO13485-zertifiziertes Montagewerk in Shanghai stellt sicher, dass das geistige Eigentum unserer Kunden geschützt ist. Und indem wir unsere Erfahrung als Ingenieure vor Ort nutzen, um bereits in einem frühen Stadium des Designprozesses mitzudenken, können wir die Zeit bis zur Markteinführung erheblich verkürzen.“ 

QoCreators sucht auf der MedtecLIVE nach Kooperationspartnern und Designbüros aus dem medizinischen Bereich, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Martijn Poepjes. „Für diese Designbüros können wir Prototypen herstellen, Machbarkeitsanalysen im Bereich der Herstellbarkeit durchführen und Kostenkalkulationen erstellen, um dann eventuell einen Teil der Serienproduktion für deren Kunden zu übernehmen.“

QoCreators

Auch Unitron wird bereits in einem frühen Stadium in die Entwicklung medizinischer Geräte einbezogen, erzählt Iris Stoffels. „Wir denken mit und beraten auf Grundlage aktueller Kenntnisse über Produktionstechniken und Vorschriften. Wir sorgen für die Sicherung, Beschleunigung und Produktion von medizinischen Geräten. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung und Herstellung verschiedener medizinischer Geräte wie Wundreinigungsgeräte.“

Unitron

Besuchen Sie die niederländischen Zulieferer in Halle 10 – Stand 10-414

Vernetzen Sie sich auf dem Gemeinschaftsstand „NL Medizintechnik“ mit AIM, Benchmark, Bestronics, BKB Precision, Demcon, Elect, ERIKS, Euro-Techniek, FMI, Jeveka, KMWE, LouwersHanique, Millux, Neways, Nijdra, Pillen, QoCreators, Sanders Machinebouw, Unitron und Van der Hoorn Biegetechnik. 

Diese Firmen bieten Lösungen in den Bereichen Metall- und Kunststoffverarbeitung, Blei-, Gummi- und  Spritzguss, 3D-Glasdruck und Titan. Aber auch Beispiele von Leiterplatten, Kabel, Mikroelektronik und realisierten Lösungen für den Medizintechnikmarkt. 

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