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Mit dem Internationalisierungsscan auf den niederländischen Markt

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Die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden stellt für viele Unternehmer ein Hindernis dar. Diese Hochschule hilft mit einem Internationalisierungsscan, die Barrieren abzubauen.

Die Initiative geht vom Unternehmerverband Ondernemend Venlo, der Fontys Hogeschool in Venlo (Lehrbereich Cross Border Business Development) zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Viersen aus. Mit dem Online-Internationalisierungsscan erhalten Unternehmen schnell einen Einblick, was notwendig ist, um auf der anderen Seite der Grenze tätig werden zu können. Sie erhalten auch bei den weiteren Schritten Unterstützung.

Henry Walboomers ist der Projektleiter und er weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann, diese Grenze zu überschreiten. Auch wenn es manchmal nur ein paar Kilometer sind, kann man auf himmelweite Unterschiede stoßen. „Damals durfte ich mit einem Team eine große deutsche Blumenauktion aufbauen. Dann stößt man auf so viele steuerliche, technische und kulturelle Herausforderungen. Da muss man wirklich durch.“

Unternehmer helfen bei der Überwindung von Barrieren

Das Gebiet zwischen Maas und Rhein hat seit jeher viele Gemeinsamkeiten. Doch die Grenze zwischen den beiden Ländern bleibt eine unsichtbare Mauer, die auch in einem Europa der offenen Grenzen vieles behindert. Das merkt die Fontys Hogeschool unter anderem durch ihre Beteiligung in der Euregio, auch weil Venlo viele deutsche Studenten anzieht. „Unser Ziel ist eine Euregio, in der Unternehmer nicht durch die Grenze behindert werden. Als Fachhochschule haben wir eine Verantwortung gegenüber der Wirtschaft und deshalb betrachten wir es als unsere Aufgabe, mit dieser Grenze zu arbeiten.“

Die Fachhochschule zieht einen Kreis von 100 Kilometern um Venlo herum. „Dann findet man auf beiden Seiten der Grenze Unternehmen, die innerhalb dieses Kreises gerne Geschäfte machen, jedoch die Hälfte davon verpassen, weil sie auf alle diese Herausforderungen nicht gut vorbereitet sind.“

Walboomers zufolge liegt das nicht an der mangelnden Bereitschaft oder am Desinteresse der Unternehmer. „Die Bestrebungen sind da.“ Trotzdem steht dem im Moment noch viel im Weg. „Für die ältere Generation in den Niederlanden war es noch selbstverständlich, etwas Deutsch zu sprechen, wir haben früher viel deutschsprachiges Fernsehen geschaut. Jetzt ist Vieles auf Englisch.“

Der Wirtschaft in der Grenzregion entgeht viel potenzieller Umsatz

Das führt unter anderem dazu, dass in niederländischen Unternehmen nicht mehr genügen Mitarbeiter gut Deutsch sprechen können. „Dann werden Geschäfte in Deutschland zu einem Problem, wenn man von diesem einen Kollegen abhängig ist.“

Zum Beispiel entgehen der Wirtschaft in den Niederlanden an der Grenze, die sich hauptsächlich ins Landesinnere orientiert, Milliardenumsätze, weiß Walboomers. Der Online-Internationalisierungsscan kann für Unternehmer ein Auslöser sein, eine Strategie zu entwickeln, um jenseits der Grenze tätig zu werden, sagt er. „Für den einen ist es ein Marktscan von einem unserer Studenten, der andere benötigt eine Analyse.“

Der Scan ist eine Art Startdokument, um herauszufinden, wo man als Unternehmen beginnen sollte. „Wir kontrollieren sozusagen jemanden, der sich auf eine Reise macht und schauen nach, ob er alles mitgenommen hat.“ Der Projektleiter stellt häufig fest, dass es diese Art von Erkenntnissen ist, die einem Unternehmen auf den richtigen Weg bringen. „Bei einem Unternehmen stellte sich heraus, dass es ein Nischenprodukt hatte, das von der Presse im Nachbarland aufgegriffen wurde, weil es dort einzigartig war. Andere Unternehmen wurden mit Partnern auf der anderen Seite der Grenze in Kontakt gebracht. Die Ähnlichkeit besteht darin, dass Ihnen über die erste Hürde geholfen wurde.“

Niederländischer Markt interessant

Für deutsche Unternehmen scheint der niederländische Verbrauchermarkt interessant zu sein. „Aber auch für die Bau- und Automobilindustrie ist noch viel mehr möglich. Und deutsche Regionen möchten gerne wissen, wie sie mehr niederländische Touristen anziehen können.“

Das alles sind großartige Praxisbeispiele, auf die sich deutsche und niederländische Studierende an der Fachhochschule stürzen können. „Ein Praktikant kann ein Unternehmen bei der Internationalisierung unterstützen.“ Und dabei geht es um viel mehr als nur um Deutschland und die Niederlande. „Wir hatten einen Praktikanten, dem eine Stelle angeboten wurde und der dann den mexikanischen Markt erkunden durfte. So zeigt sich, dass Venlo auch ein Sprungbrett auf die andere Seite des Ozeans sein kann.“

Der Prozess hilft dabei Unternehmer für kulturelle Unterschiede zu sensibilisieren. „Manchmal ist es ein Mentalitätsunterschied. Ein Deutscher bevorzugt eine gründliche Vorbereitung, alles aussprechen und durchdenken. Ein Niederländer will auf halbem Wege schon testen: Trial and error.“ Wenn diese kulturellen Unterschiede bekannt sind, wird man sich schneller gegenseitig wertschätzen. „Wenn man gut vorbereitet ist, zeigt sich, dass unsere Mentalitätsunterschiede eigentlich gut zueinander passen und sich gegenseitig ergänzen.“

Den Scan gibt es nun seit September 2019 und das Interesse in Venlo und Viersen wächst, sagt er. „Wir planen, dies auf ein größeres Gebiet auszudehnen. Diese Methode hat ein großes Potenzial.“

An diesem Beitrag haben mitgewirkt:

  • Produktion: Emma van Harten
  • Partnerships: Derk Marseille
  • Redaktion: Bertus Bouwman und Peter Oehmen (sprachliche Adaption)

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