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Wie dieser niederländische Hightech-Hersteller in Deutschland wächst

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Neways Electronics expandiert in Deutschland. Das passt zur Strategie, die dieser niederländische Hightech-Hersteller über mehrere Jahre verfolgt hat, um im Automobilsektor zu wachsen.

Neways Electronics aus Son in Nordbrabant, wächst in Deutschland durch den Ausbau der Produktionsstätte in Neunkirchen. Seit Ende 2018 verfügt der Hersteller elektronischer Bauelemente über zusätzliche Produktions- und Büroflächen von rund 1.000 Quadratmetern. Damit hat der Standort eine Gesamtfläche von 5.500 Quadratmetern.

Die Erweiterung ist eine direkte Folge der steigenden Nachfrage und neuer Kunden von Neways. Im saarländischen Neunkirchen werden hauptsächlich Teile für die Automobilindustrie produziert. Der zweite Standort befindet sich in Sachsen. 2014 wurde die BuS Gruppe in Riesa zwischen Leipzig und Dresden übernommen.

Die börsennotierte Neways Electronics International ist einer der zehn größten Hersteller von fortschrittlicher Elektronik in Europa. Das Unternehmen fertigt zum Beispiel Steuerkomponenten für einen MRT-Scanner von Philips Medical oder einen kompletten Schaltschrank mit Tausenden von Chips und Anschlüssen als Teil einer Maschine von ASML, die Mikrochips beleuchtet. Die deutschen Niederlassungen liefern hauptsächlich an die Automobilindustrie.

Deutsche und Niederländer passen zueinander

CEO Huub van der Vrande suchte bewusst nach einem Unternehmen, das er übernehmen konnte, damit Neways mit den Kunden aus der deutschen Automobilindustrie wachsen konnte. „Eigentlich haben wir festgestellt, dass wir in der Automobilindustrie aufgrund unserer Größe weder Fisch noch Fleisch sind.“

Der niederländische Geschäftsführer fühlt sich Deutschland sehr verbunden. „Abgesehen von der traditionellen Rivalität, die wir mit den Deutschen im Fußball haben, passen wir eigentlich sehr gut zusammen. Über viele Dinge denken wir genau gleich. Wir stellen hohe Qualitätsanforderungen, wollen schnell liefern können, die Technik muss auf hohem Niveau sein und die Kosten müssen überschaubar bleiben.“

Van der Vrande war auf der Suche nach einem Familienunternehmen, dessen Inhaber Schwierigkeiten haben könnte, einen geeigneten Nachfolger zu finden. „In unser Profil passte ein Unternehmen, das gerade zu klein ist, um den Schritt nach Asien selbst zu wagen und vielleicht in neue Logistiksysteme investieren möchte, aber für das eine solche Investition zu groß ist. So sind wir auf die BuS Gruppe gekommen.“

Obwohl es gleich geklickt hat, musste er sich in Deutschland trotzdem erst eingewöhnen. „Hierarchie ist wichtig, obwohl ich eher für flache Strukturen bin. In den Niederlanden bin ich ‚Huub‘. In Deutschland sehen sie meinen Titel. Das war anfangs etwas schwierig zusammenzubringen. Man muss zeigen, dass man sein Bestes für die Leute geben will. Ich spreche ganz gut Deutsch, aber ich mache Fehler mit ‚der, die und das‘, aber die Leute akzeptieren es, wenn sie merken, dass man es probiert.“

35 % Umsatzsteigerung

Van der Vrande hat sich nach eigenen Angaben sofort in die Neuerwerbung in Sachsen verliebt. „Ich war sehr beeindruckt, wie gut alles organisiert war.“ Aber das ist auch gleichzeitig eine Gefahr, sagt er. „Alles ist geregelt, die Kunden sind zufrieden, warum sollte man daran etwas verändern?“

Doch er hat Veränderungen vorgenommen. „Als Außenstehender kommt man mit einer frischen Sichtweise. Beispielsweise gibt es jeden Monat eine Bestellung eines Kunden über 10.000 Produkte, die innerhalb einer Woche produziert wurden. Das nimmt viel Lagerplatz in Anspruch.“ Van der Vrande bat seine Mitarbeiter, 2.500 Stück pro Woche zu produzieren. „Dadurch verteilt man die Kapazität besser und man hat Platz für andere Dinge. Zum Zeitpunkt der Übernahme sagte man, alles ist voll, wir sind an unserer Grenze. Aber mit kleinen Veränderungen haben wir unseren Umsatz in zwei Jahren um 35 % gesteigert.“

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