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Wie sich dieser Maschinenbauer selbst zu Innovationen zwingt

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Kurze Lieferzeiten, kleinere Serien und Flexibilität sind Maschinenbau immer entscheidender. HGG aus dem niederländischen Wieringerwerf zwingt sich seit Jahrzehnten zu Innovationen von innen heraus.

Laut Generaldirektor Mark Helder sind es die Menschen bei HGG, die den Unterschied machen. Das Personal ist durch selbstverwaltete Teams ständig an Produkt- und Prozessinnovationen beteiligt.

Unternehmensberater Ronne Wierdsma stimmt dem zu und sagt, dass Smart Manufacturing so selbstverständlich geworden ist, dass es fast unmöglich ist, zu erkennen wie innovativ das Unternehmen ist. „Wir finden es sehr logisch, dass wir so arbeiten.“

Kreatives Denken durch Großaufträge

Die Idee, anders zu produzieren, ist vor langer Zeit entstanden, sagt Helder. „1998 erhielten wir von einem indischen Kunden den Auftrag sieben Maschinen auf einmal zu liefern. Das können wir nicht. Normalerweise stellen wir sieben in einem Jahr her.“

Das Unternehmen musste sich etwas anderes einfallen lassen, um dies trotzdem möglich zu machen. „Wir mussten einen anderen Fokus setzen. Wir haben mehr ausgelagert und damit begonnen, auf andere Art und Weise zu arbeiten. So waren wir in der Lage diese sieben Maschinen herzustellen. Dadurch sind wir zu einem Unternehmen geworden, das sich auf sein Kerngeschäft konzentriert: Schneiden und Entwickeln. Der Entwurf und die Montage der Maschine sowie die Erstellung der Software erfolgen in den Niederlanden.“

Vom traditionellen Maschinenbauer zum Netzwerkunternehmen

HGG hat sich mehr zu einem Netzwerkunternehmen als zu einem traditionellen Maschinenbauer entwickelt. Von einem Projektbetrieb zu einem Produktbetrieb, sagt er. „Das macht es einfacher, es ist weniger spezifisch und modularer. Denn die gesamte Kette wird schneller. Die Zeit zwischen Auftragserteilung und Lieferung ist immer kürzer geworden, daher muss man schneller und intelligenter produzieren.“

Wenn man diesen Weg erst einmal eingeschlagen hat, kommen immer mehr Dinge hinzu, sagt Wierdsma. „Das ist auch der Grund, warum hier angefangen habe, um echte Verbesserungsprojekte aufzunehmen.“

Eines ihrer Projekte war das Aufräumen der Werkstatt. „Wir haben alle Gegenstände, die wir in dieser oder der darauffolgenden Woche nicht brauchten, aus der Werkstatt genommen. Außerdem wurden alle Gegenstände, die nicht zu Produktionszwecken vorhanden waren, entfernt. Dies führte zu 20 % mehr Produktionsfläche und einem übersichtlicheren Arbeitsplatz.“

2016 haben wir ebenfalls mit Scrum begonnen, mit dem Ziel, das Selbstmanagement der Mitarbeiter zu fördern. „Man kann dem ganzen verschiedene Namen geben, aber worum es wirklich geht, ist mit seinem normalen Bauernverstand auf die Prozesse zu schauen. Bei Veränderungen muss man die Leute ihren eigenen Beitrag leisten lassen, denn die müssen nachher damit arbeiten und akzeptieren. Inzwischen sind wir dabei unsere eigene „HGG-Version“ von Scrum zu entwickeln.“

Arbeit aus Asien zurückholen

Helder: „Der Stahlbau ist im weitesten Sinne natürlich sehr traditionell. Man sieht, dass Entwicklungen in den Bereichen Automatisierung und Robotisierung nun auch in den Bereich der groben Materialien, den Stahlbau, vordringen.“

Es wird sich in kurzer Zeit viel ändern, sieht er voraus. „Die Betriebe, die jetzt in der Lage sind, Arbeit aus Asien zurückzuholen, sind Unternehmen, die weitestgehend automatisiert sind. Auf diese Weise die kostentechnische und qualitative Wettbewerbsfähigkeit erhalten können. Anders schafft man es nicht.“

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