Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist vom 9. bis 11. Juni 2026 gemeinsam mit Elke Büdenbender auf Einladung von König Willem-Alexander zu einem Staatsbesuch in die Niederlande. Der Besuch unterstreicht die engen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Niederlande, die Niederlande sind der drittgrößte Handelspartner Deutschlands.
Ein Blick auf das Programm zeigt die Bandbreite der Themen, die die deutsch-niederländische Zusammenarbeit prägen. Neben politischen Gesprächen stehen wirtschaftliche Beziehungen, Investitionen in Innovation und Technologie, die Transformation der Industrie, Bildung sowie Fragen von Sicherheit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Demokratie auf der Agenda.
Nach der offiziellen Begrüßung in Amsterdam stehen am Dienstag zunächst Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern beider Länder auf dem Programm. Außerdem folgen der Besuch des Nationalen Holocaust-Museums sowie der Austausch mit jüdischen Niederländern vor Ort. Anwesend sein werden die Ministerin für Langzeitpflege, Jugend und Sport, Mirjam Sterk, sowie die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema. Gemeinsam mit König Willem-Alexander und Königin Máxima besuchen Steinmeier und Büdenbender anschließend den Generationentreff „Resto van Harte“, in dem Themen wie soziale Teilhabe, finanzielle Gesundheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt diskutiert werden.
Die deutsch-niederländische Handelsbeziehung im Fokus
Am Mittwoch stehen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Niederlanden und Deutschland im Mittelpunkt. Geplant sind unter anderem Gespräche über die Bedeutung von Investitionen in Innovation und Technologie. Auch die Widerstandsfähigkeit der Demokratie und des Rechtsstaats steht auf der Agenda. Ein Roundtable mit CEOs deutscher und niederländischer Unternehmen, an dem der Ministerpräsident Jetten sowie Heleen Herbert vom Wirtschaftsministerium teilnehmen, stellt die Verbindung zwischen Politik und wirtschaftlicher Realität her.
Energie und industrielle Transformation
Ein weiterer Schwerpunkt des Staatsbesuchs liegt auf der Energiewende und der Transformation industrieller Prozesse. Im Rotterdamer Hafen informiert sich Steinmeier über die Entwicklung nachhaltiger Energie- und Rohstoffketten sowie über Projekte zur Dekarbonisierung der Industrie. Auch die niederländische Ministerin für Klima und grünes Wachstum, Stientje van Veldhoven-van der Meer, wird vor Ort sein.
Ebenfalls steht ein Besuch des Porthos-Projekts auf der Maasvlakte auf dem Programm. Dort werden CO₂-Emissionen aus der Rotterdamer Hafenindustrie gesammelt und dauerhaft in ehemaligen Gasfeldern unter dem Boden der Nordsee gespeichert. Das Projekt gilt als eines der wichtigsten europäischen Vorhaben im Bereich Carbon Capture and Storage (CCS). Die dort eingesetzten Anlagen wurden in Deutschland gebaut.
Anschließend besucht der Bundespräsident das Besucherzentrum Portlantis und erhält bei einer Hafenrundfahrt weitere Einblicke in die industrielle Entwicklung des Rotterdamer Hafens, z. B. über Unternehmen wie den Windenergie-Zulieferer SIF sowie das deutsche Unternehmen Dillinger.
Hightech als europäisches Zukunftsthema
Am Donnerstag steht ein Besuch des ASML-Campus in Veldhoven auf dem Programm. Das niederländische Hightech-Unternehmen gilt als einer der wichtigsten Akteure der europäischen Halbleiterindustrie und ist eng mit internationalen Wertschöpfungsketten verbunden. Dort informiert sich der Bundespräsident über die Rolle des Unternehmens in der globalen Halbleiterindustrie sowie über die Bedeutung von Schlüsseltechnologien für Europas Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität. Auch die Ausbildung künftiger Fachkräfte ist Teil des Programms. Der Besuch des VISTA MBO-College in Sittard unterstreicht die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bildungsbereich.
Sicherheit und die gemeinsame Verantwortung
Neben Wirtschaft und Energie spielt auch die Sicherheits- und Verteidigungspolitik eine wichtige Rolle. In Brunssum besucht Steinmeier das NATO-Hauptquartier Allied Joint Force Command. Der Besuch findet vor dem Hintergrund der engen Zusammenarbeit Deutschlands und der Niederlande innerhalb des Bündnisses statt.
Bereits im vergangenen Jahr waren Steinmeier und König Willem-Alexander beim 30-jährigen Bestehen des I. Deutsch-Niederländischen Corps in Münster zusammengekommen, als ein sichtbares Zeichen der langjährigen militärischen Zusammenarbeit beider Länder.
Bildcredit: Image by Christian Bueltemann from Pixabay



