Die Energiewende wird zunehmend zu einer europäischen Gemeinschaftsaufgabe. Themen wie Elektrifizierung, Netzkapazität, Fachkräfte und technologische Innovation lassen sich nicht von Unternehmen oder innerhalb einzelner Regionen lösen. Genau diese Fragen standen im Mittelpunkt der Arnhem Electricity Week und des European New Power Summit. Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Politik diskutierten über die Zukunft eines vernetzten europäischen Energiemarkts.
Deutsche Energieakteure vernetzen sich in Arnheim
Aus diesem Grund reiste eine Delegation von 40 deutschen Teilnehmenden aus dem Umfeld des Deep-Tech-Innovation Hub BRYCK von Essen nach Arnheim. Die Reise nach Arnhem erfolgte auf Einladung von Connectr, das gemeinsam mit BRYCK die eutsch-niederländische Zusammenarbeit im Energiebereich weiter ausbauen möchte.
Vor Ort erhielt die Delegation Einblicke in verschiedene Ebenen der Energiewende: von Netzbetreibern wie TenneT und Alliander über internationale Investoren bis hin zu Start-ups wie RIFT sowie weiteren Unternehmensbesuchen. Ergänzt wurde das Programm durch Besuche von Test- und Entwicklungsstandorten in Arnheim, wo neue Energietechnologien unter realen Bedingungen erprobt werden.


Connectr und BRYCK treiben grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter voran
Es ist nicht der erste Besuch zwischen BRYCK und dem niederländischen Energie-Innovationszentrum Connectr, sondern vielmehr ein weiterer Schritt, um die bestehende Zusammenarbeit weiter auszubauen. Bereits im Mai 2025 hatten beide Organisationen eine Absichtserklärung (MoU) im Rahmen der Arnhem Electricity Week unterzeichnet mit dem Ziel ihre Partnerschaft im Energiebereich strategisch auszubauen. Seitdem folgten gegenseitige Arbeitsbesuche in Arnheim und Essen, sowie gemeinsame Events wie der Besuch der E-World energy & water oder des SET-Tech-Festivals.
Jeroen Herremans, Geschäftsführer von Connectr erklärt dazu:
„In den Niederlanden gehen wir oft mit einem pragmatischen Ansatz an Dinge heran. Wir ermöglichen Unternehmen hier vor Ort einen schnellen Zugang zum Testen ihrer Ideen und Validieren von Innovationen. Deutschland widerrum bringt sein tiefes technisches Know-how und seine industrieller Stärke ein. Die vergangenen Tage haben erneut bestätigt, wie groß das Potenzial der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit im Energiebereich ist. Wir möchten diese Partnerschaft langfristig vertiefen und gemeinsam an einem europäischen Energie-Ökosystem arbeiten.“
Connectr stellt deutschen Unternehmen und Start-ups aus dem Energiebereich Testmöglichkeiten in seinem Labor in Arnheim zur Verfügung. Während BRYCK den Zugang zum deutschen Markt, zu Industriepartnern, Investoren und Innovationsnetzwerken öffnet, schafft Connectr die Rahmenbedingungen, um neue Energietechnologien schnell unter realen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln.
Politische Signale und wachsender Fachkräftebedarf
Auch auf politischer Ebene gewinnt das Thema an Bedeutung. Die regionale Wirtschaftsministerin Helga Witjes informierte sich auf der Veranstaltung gezielt über die Zusammenarbeit zwischen BRYCK und Connectr. Angesichts des wachsenden Fachkräftebedarfs im Energiesektor sendet das ein deutliches politisches Signal: Allein in der Region Arnhem-Nijmegen werden in den kommenden Jahren rund 15.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt.





Auch auf deutscher Seite sind die Ziele ambitioniert. Tobias Grün, Teil der Geschäftsleitung von BRYCK, dazu: „Wir verfolgen das Ziel, dass wir bis 2030 etwa 1.000 Start-ups und Deep-Tech-Ausgründungen fördern wollen.”
Dahinter steht eine gemeinsame Überzeugung: Europa braucht stärkere grenzüberschreitende Innovationsökosysteme, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Umbenennung der Arnhem Electricity Week in „European Electricity Week“ unterstreicht dieses Vorhaben zusätzlich: Aus einer regionalen Initiative soll schrittweise eine europäische Plattform für Energieinnovation werden.
Fazit
Für Connectr und BRYCK ist nimmt die Zusammenarbeit weiter Form an. In den kommenden Monaten sollen weitere gemeinsame Formate, Delegationen und Innovationsprojekte folgen, um die deutsch-niederländische Vernetzung im Energiebereich weiter auszubauen.
Bildcredits by Elske Niessen und ZWTSR Fotografie




