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Niederlande: Führend bei Innovationen mit Potenzial für mehr

Niederlande führend in Innovationen

Die Niederlande zählen weiterhin zu den innovativsten Ländern Europas. Das bestätigt das aktuelle European Innovation Scoreboard (EIS), das die Innovationsleistung aller EU-Länder vergleicht. Die Niederlande werden zusammen mit Dänemark, Schweden und Finnland als Innovationsführer eingestuft und liegen wie schon im Jahr 2023 hinter diesem Trio auf Platz 4. Doch es gibt auch Herausforderungen, die es zubewätigen gibt, denn die Innovationskraft hat sich 2024 etwas verschlechtert. 

Wie wird die Innovationskraft eines Landes gemessen?

Das European Innovation Scoreboard analysiert 32 Indikatoren, darunter:

  • Höhe der privaten und öffentlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung
  • Innovationen in KMU
  • Digitalisierung und Technologietransfer
  • Anzahl der Patentanmeldungen
  • Qualität der Forschung sowie 
  • Beschäftigungszahlen in innovativen Unternehmen.

Innovationsführer sind die Länder, deren Ergebnisse mehr als 25 % über dem EU-Durchschnitt liegen. In diesem Jahr liegen die Niederlande mit 26 % knapp darüber, direkt hinter den skandinavischen Ländern. Besonders positiv hervorgehoben werden die hohe Ausbildungsqualität, ein starkes Forschungssystem und die digitalen Fähigkeiten der Bevölkerung. Auch die Zahl der Beschäftigten in innovativen Unternehmen sowie der Export hochinnovativer Produkte stiegen zuletzt leicht an.

Private Investitionen schwächen die Innovationskraft

Trotz der beeindruckenden Gesamtleistung gibt es Bereiche, in denen Nachholbedarf besteht. Unternehmen investieren vergleichsweise wenig in Forschung und Entwicklung – ein Wert, der deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt. Kleine und mittlere Unternehmen haben Schwierigkeiten, sich auf Innovationen zu konzentrieren, da sie stark durch bürokratische Hürden belastet werden. Obwohl die Forschungsergebnisse erstklassig sind, fließen diese nicht ausreichend in marktfähige Produkte und Dienstleistungen ein.

Dirk Beljaarts, niederländischer Wirtschaftsminister, betont:
„Das neue Kabinett setzt sich für ein gutes Geschäftsklima ein, so dass sich kleine und große Unternehmen auch auf Innovationen konzentrieren können. Wir sehen in mehreren internationalen Rankings, dass die Niederlande zur Spitze gehören, aber auch langsam an Boden verlieren. Zum Beispiel, weil der regulatorische Aufwand die KMU daran hindert, ausreichend zu innovieren. Außerdem setzen wir nicht genug hochwertiges Wissen in neue Produkte und Dienstleistungen um, weil es an Finanzmitteln mangelt. Die Problembereiche in diesem Innovationsranking betreffen uns alle. Deshalb ist es notwendig und Teil meiner Ausarbeitung des Koalitionsprogramms, sich mit ihnen zu befassen.”

Niederlande punkten mit im Bildungsniveau und Digitalisierungsgrad, Exporte und Umsatz im Hightech-Bereich ausbaufähig

Der EIS identifiziert traditionell Stärken der Niederlande wie das Bildungsniveau der Bevölkerung, die Qualität des Forschungs(system)s, durch das ein hoher Wissensstand erreicht wird. Auch die digitalen Fähigkeiten und ihre Anwendung in der Innovation werden hoch bewertet. Die jüngsten Verbesserungen in den Niederlanden im Vergleich zu 2023 sind laut EIS die Beschäftigung in innovativen Unternehmen, die Exporte von Hightech-Produkten und der mit innovativen Produkten erzielte Umsatz. Bei den beiden letztgenannten Indikatoren schneiden die Niederlande im Vergleich zum EU-Durchschnitt jedoch immer noch schlecht ab.

Innovationskraft Deutschlands und der Niederlande im Vergleich

Deutschland rangiert aktuell auf Platz 12 im European Innovation Scoreboard. Dennoch bieten die beiden Länder enormes Potenzial für eine komplementäre Zusammenarbeit. In Schlüsselbereichen wie Energietechnologien – darunter Offshore-Windenergie und grüner Wasserstoff – sowie in der Automobilindustrie, insbesondere bei digitalen und elektronischen Komponenten, können sich die Stärken beider Nationen optimal ergänzen.

Foto von Tim van der Kuip auf Unsplash

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