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Grüne Luftfahrt: Erste Wasserstoff-GPU am Fughafen Schiphol im Test

Grüne Luftfahrt - Flughafen Schiphol mit Wasserstoff-GPU

Viele Flughäfen, darunter das europäische Drehkreuz Schiphol, nutzen Ground Power Units (GPU), um Flugzeuge am Boden mit Strom zu versorgen. Bisher liefen diese GPUs lange Zeit mit Diesel, doch inzwischen gibt es auch elektrische Varianten. Um die Luftfahrt grüner zu gestalten, geht Schiphol jetzt einen Schritt weiter und testet als erster Flughafen weltweit eine GPU, die mit Wasserstoff betrieben wird.

Pilotversuch für nachhaltige Energieversorgung für Flugzeuge am Boden

GPU-Generatoren sind essenziell, um die Beleuchtung und Bordsysteme eines Flugzeugs nach der Landung mit Strom zu versorgen. Kleinere Maschinen wie die KLM Cityhopper lassen sich bereits mit elektrischen GPUs (e-GPUs) versorgen. Doch bei größeren Flugzeugen stoßen diese an ihre Kapazitätsgrenzen. Diese Maschinen greifen entweder auf stationäre Stromanschlüsse (Fixed Power Units) zurück oder müssen weiterhin Dieselgeneratoren nutzen – eine Lösung mit hohen Emissionen.

Seit August 2024 führt Schiphol Tests mit einer wasserstoffbetriebenen GPU durch. Entwickelt wurde sie von Zepp.solutions aus Delft in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Unternehmen Dynell. Der große Vorteil: Die H2-GPU kann direkt vor Ort betankt werden, was Zeit und Fahrzeugbewegungen spart. In diesem Pilotprojekt möchte der Flughafen die Effizienz der H2-GPU testen und ihre Funktionsweise perfektionieren.

„Ich bin stolz darauf, dass wir in Schiphol als erster Flughafen der Welt diese Innovation testen können. Die wasserstoffbetriebene GPU passt perfekt zu unserem Ziel, bis 2030 einen emissionsfreien Bodenbetrieb zu erreichen“, sagt Sybren Hahn, Executive Director Infrastructure der Schiphol Group.

Kooperation für eine grüne Luftfahrt

Das Projekt lief bis Ende 2024. Es wurde von der Europäischen Union gefördert. Beteiligt sind mehrere Partner, darunter KLM. Maarten Koopmans, Direktor von KLM Cityhopper, betont die Bedeutung der Inititative „Es ist wichtig, wasserstoffbetriebene Geräte zu entwickeln, um den Bodenbetrieb umweltfreundlicher zu gestalten. Heutige Batterielösungen reichen nicht immer aus. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an technologischen Lösungen, die wir in Zukunft in den Betrieb integrieren können.“

Auch TULIPS, ein europäisches Konsortium aus 29 Luftfahrtunternehmen und Forschungsinstituten, begleitet das Projekt. Sollte sich die H2-GPU in der Praxis bewähren, könnten weitere Flughäfen auf diese Technologie umsteigen. Dies ist besonders für Standorte relevant, an denen die elektrische Infrastruktur nicht ausreicht, um e-GPUs in großem Umfang zu nutzen.

Niederlande und Deutschland setzen auf Wasserstoff

Deutschland und die Niederlande treiben die Entwicklung für die grüne Luftfahrt voran – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Deutschland vor allem neue Wasserstofftechnologien für die Luftfahrt erforscht und entwickelt, treiben die Niederlande den Ausbau der Produktion und Infrastruktur voran. Bereits 2020 wurde in den Nord-Niederlanden mit “Hydrogen Valley” das erste regionale Wasserstoffprojekt von der EU gefördert. 

Bis 2030 wollen die Niederlande eine klimaneutrale Wasserstoffkapazität von bis zu 4 Gigawatt aufbauen. Die Niederlande positionieren sich als potenzieller Lieferant für Deutschland und andere EU-Länder und investieren massiv in Wasserstoffpipelines. Projekte wie der Delta Corridor, der grünen Wasserstoff von Rotterdam ins Rhein-Ruhr-Gebiet transportieren soll, oder Hyper Link, das Niedersachsen mit niederländischem Wasserstoff versorgen wird, zeigen die enge Verzahnung der beiden Länder.

Die deutsche Bundesregierung sieht grünen Wasserstoff als zentralen Bestandteil der Energiewende und fördert entsprechende Projekte wie das Verbundprojekt HyNEAT  für die Luftfahrt. 

Dieser Artikel ist auf Niederländisch auf der Website von Holland High Tech erschienen.

Bildcredit: Schiphol

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