V2X-Forschung: Deutsche Scoutingreise nach Utrecht und ElaadNL
Eine interdisziplinär besetzte Scoutingreise führte eine deutsche Fachgruppe in die Niederlande, um sich über die neuesten Entwicklungen rund um Vehicle-to-Everything (V2X) und bidirektionales Laden zu informieren. Der Tag wurde im Rahmen der Begleitforschung des BMFTR-Programms IKT für Elektromobilität vom Fraunhofer ISI organisiert. Ziel war ein praxisnaher Austausch auf Arbeitsebene zwischen deutschen und niederländischen Akteuren.
Utrecht als europäisches Modellprojekt für bidirektionales Laden
Der Tag begann in Utrecht – einer Stadt, die sich mit ihrer großflächigen bidirektionalen Carsharing-Flotte als Vorreiter in Europa positioniert. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Anbieter We Drive Solar wurde ein umfassender Einblick in die lokale Vehicle-to-Grid (V2G)-Infrastruktur ermöglicht. Besonders eindrucksvoll war dabei die Verknüpfung von nachhaltiger Mobilität mit Netzstabilisierung durch Rückspeisung von Strom aus Elektrofahrzeugen ins Netz.

„Die Aktivitäten in Utrecht – insbesondere das Projekt Utrecht Energized – zeigen, wie technologische Umsetzung und kommunale Planung Hand in Hand gehen können“, so Annegret Stephan vom Fraunhofer ISI. Deutlich wurden hier auch die unterschiedlichen Voraussetzungen in den beiden Ländern, z.B. Marktstrukturen oder regulatorische Rahmenbedingungen, welche mit unterschiedlichen Herausforderungen für den Einsatz von bidirektionalem Laden einher gehen.
Austausch im Wissens- und Innovationszentrum ElaadNL
Am Nachmittag stand der Besuch bei ElaadNL in Arnhem auf dem Programm – einem der führenden Forschungs- und Testzentren für intelligente Ladeinfrastruktur in Europa. Baerte de Brey und sein Team gaben Einblicke in aktuelle Projekte und die Entwicklung digitaler Plattformen für das intelligente Energiemanagement.
- Das Zusammenspiel von Elektromobilität und IT-Systemen
- Neue Ansätze im Bereich Datenmanagement und Cybersicherheit
- Überblick über das Technologieprogramm “IKT für Elektromobilität” sowie erste Ergebnisse aus relevanten BMFTR-Förderprojekten in Deutschland.
- Besuch der Labore vor Ort
Das hauseigene Testlabor von ElaadNL ermöglicht realitätsnahe Simulationen verschiedenster Lade- und Netzszenarien. ElaadNL stellt dabei auch Verbindungen zu europäischen Projekten wie SCALE her, das sich mit standardisiertem bidirektionalem Laden beschäftigt.
„Unsere Stärke liegt im engen Zusammenspiel zwischen Forschung, Infrastrukturbetreibern und regulatorischen Fragen – genau das wollen wir im Austausch mit Deutschland weiterentwickeln“, erklärte Baerte de Brey, Chief International Officer von ElaadNL.
Wissensaustausch auf Augenhöhe: Ergänzende Stärken in der Mobilitätswende zwischen Deutschland und den Niederlanden
Der Fokus dieser Scoutingreise wurde bewusst auf dem Wissensaustausch auf Arbeitsebene gesetzt. In persönlichen Gesprächen wurden Gemeinsamkeiten, Herausforderungen und Lösungsansätze ausgetauscht, insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung der Ladeinfrastruktur.
Im Gespräch wurde deutlich: Die Niederlande profitieren von ihrer kompakten Netzstruktur und zentralen Steuerung, während Deutschland mit einer starken Forschungslandschaft punktet. Der Austausch zeigte, wie unterschiedliche Rahmenbedingungen, z.B. Marktstrukturen und Regulatorik, den Einsatz der neuen Technologien beeinflussen und wie europäische Kooperationen technologische Entwicklung beschleunigen können – nicht zuletzt durch Projekte wie Utrecht Energized oder SCALE.




