Vom 1. bis 3. September kommt in Berlin die internationale eMobility-Community zusammen. Mit dabei ist auch das niederländische Innovationszentrum Connectr.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein offenes Ökosystem für das intelligente Laden für die zunehmende Anzahl von Elektrofahrzeugen und -Lkw entstehen kann. Mittlerweile steht nicht mehr die Anzahl der Ladepunkte im Fokus, sondern Interoperabilität, Software und die Verbindung zwischen Mobilitäts- und Energiesektor gewinnen an Bedeutung. Intelligentes und bidirektionales Laden, Energieintegration sowie die flexible Nutzung von Ladeinfrastruktur werden dabei zunehmend zu Themen, die grenzüberschreitend gelöst werden müssen.
Schwerpunkt Elektromobilität für Heavy Duty Fahrzeuge auf der ICNC26
Die Intercharge Network Conference (ICNC26) richtet sich an Betreiber von Ladestationen, Anbieter von Elektromobilitätslösungen, Automobilhersteller, Start-ups und auch politische Entscheidungsträger sowie führende Technologieunternehmen und Finanzinstitute.
Ein besonderer Schwerpunkt der ICNC26 liegt auf Elektro-Lkw und deren Ladeinfrastruktur sowie den damit verbundenen Herausforderungen für die Stromnetze. Bisher ist nur eine kleine Anzahl von Schwerlast-Lkw elektrisch unterwegs. Doch mit steigender Anzahl wachsen die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur, Netzkapazität, Standortplanung, Batteriespeicher und deren digitale Steuerung.
Niederländisches Netzwerk für Heavy Duty Charging (HDC)

„Die Lkw kommen jetzt in Zahlen und Volumen, bei denen man mit der Infrastruktur wirklich etwas bewirken kann. Deshalb braucht dieser Sektor mehr Aufmerksamkeit“, sagt Matthijs van den Heuvel, Community Manager Heavy Duty Charging bei Connectr.
Am niederländischen Innovationszentrum Connectr hat sich ein Netzwerk für das Laden von Elektro-Lkw, das Heavy Duty Charging Network (HDC), etabliert. Unter der Leitung von Matthijs van den Heuvel kommen Partner zusammen, die an der Infrastruktur für den elektrischen Schwerlastverkehr arbeiten. Fünfmal im Jahr organisiert Connectr Community-Treffen in Arnheim. Dabei kann es um Hardware, Software, Geschäftsmodelle oder Finanzierung gehen. Für Van den Heuvel war deshalb schnell klar, dass die Intercharge Conference in Berlin auch in diesem Jahr ein wichtiger Termin ist und er die Perspektive von Connectr mit in den Austausch bringen möchte.
„Für uns ist wichtig, zu wissen, welche Themen gerade relevant sind und welche neuen Softwarelösungen im Ökosystem entstehen. Gleichzeitig suchen wir nach Kooperationen – nicht nur mit niederländischen, sondern auch mit europäischen Partnern“, erklärt er.
Viele Unternehmen aus dem Heavy-Duty-Charging-Umfeld haben Ihren Standort im Cleantech Park Arnhem. Einige von ihnen wie Milence, Deftpower, EVesto sind auch auf der ICNC26 vor Ort.
Für das kommende Jahr bereitet Connectr jedoch eine stärkere internationale Öffnung des Heavy Duty Charging Network vor. Auch deutsche Unternehmen und Organisationen sollen künftig leichter Anschluss finden. Ziel ist sowohl der Erfahrungsaustausch rund um Heavy Duty Charging, als auch die Entwicklung konkreter Kooperationen sowie technologischer Neuerungen.
Innovationszentrum Connectr bietet Zugang zu Testmöglichkeiten und Expertise
Getestet werden können neue Technologien direkt auf dem Gelände bei Connectr selbst. Auf dem Testgelände werden Hard- und Softwarelösungen unter realen Bedingungen erprobt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Systemen, die trotz Netzengpässen hohe Ladeleistungen ermöglichen, wie etwa netzunabhängige, intelligente Ladestationen. Ein konkretes Projekt ist etwa, die unvorhersehbaren Wartezeiten an Ladesäulen für Lkw-Fahrer zu reduzieren. Connectr arbeitet mit Partnern an digitalen Buchungs- und Energiemanagementsystemen (EMS), die Lenk- und Ruhezeiten exakt mit freien Ladefenstern abstimmen. Ebenfalls auf dem Testgelände befindet sich das Wissens- und Innovationszentrum ElaadNL. Dort werden insbesondere Kommunikationsprotokolle für das herstellerübergreifende und naturschonende Laden der Zukunft erforscht und getestet.
Fazit
Je zuverlässiger Fahrzeuge an verschiedenen Ladestationen länderübergreifend auftanken können, desto eher kann elektrischer Schwerlastverkehr in Europa skalieren. Die Branche steht deshalb vor der strategischen Aufgabe, die Ladeinfrastruktur nicht nur aufzubauen, sondern intelligent, interoperabel, systemdienlich und grenzüberschreitend weiterzuentwickeln. Das niederländische Innovationszentrum Connectr stellt dabei Netzwerk, Testinfrastruktur und Expertise zur Verfügung.
„Wir sind offen für Kooperationen und Projekte im Transportsektor. Wir bieten bei Connectr die Umgebung, um neue Software zu testen und Integrationen insbesondere für Elektro‑Lkw auf Herz und Nieren zu prüfen. Es wäre spannend, mit einem deutschen Unternehmen oder Institut zusammenzuarbeiten, das ebenfalls bereit ist, an solchen Themen zu innovieren“, erklärt Matthijs van den Heuvel.
Bildcredits Portrait: Connectr




