Am 7. Oktober 2024 besuchte eine Delegation der Region Utrecht das brandneue Labor des niederländischen Unternehmens Vaeridion im Bosch Collaboration Campus in Holzkirchen, nahe München. Im Fokus des Treffens standen technologische Innovationen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich der elektrischen Luftfahrt.
Elektrische Luftfahrt als Zukunftsvision
„Stellen Sie sich vor, jede mittelgroße Stadt könnte Flugverkehr ermöglichen“, wirft van Dartel in den Raum. „Das würde den Straßenverkehr enorm entlasten und Staus reduzieren.“ Der Luftfahrtingenieur aus Delft, der während der Pandemie Vaeridion gründete und dafür seinen gut bezahlten Job bei Airbus aufgab, lebt seit zehn Jahren in Bayern. Seit drei Monaten ist das Forschungslabor in Betrieb. Für van Dartel ist München der ideale Standort: „In 15 Minuten mit dem Fahrrad erreiche ich Industrie, Investoren, Talente, Behörden und eine wunderschöne Umgebung.“
Derzeit fliegt Vaeridion noch buchstäblich unter dem Radar. In wenigen Monaten plant van Dartel, eine größere Investition anzukündigen, über die er momentan noch schweigt. Er verrät jedoch, dass inzwischen eine GmbH in Delft – seiner ehemaligen Universitätsstadt gegründet wurde. Er glaubt an das niederländische Ökosystem aus Regionen, Entwicklungsagenturen und Forschungseinrichtungen. Bestehende kleinere Flughäfen wie Rotterdam-Den Haag, Maastricht, Lelystad, Eelde und der Flugplatz Soesterberg könnten als Teststandorte dienen. Mit einem Augenzwinkern fügt der in Oss aufgewachsene Unternehmer hinzu: „Auch außerhalb von Amsterdam leben Menschen.“
Vaeridion konzentriert sich auf kleine Propellerflugzeuge für mittlere Distanzen zwischen 350 und 500 Kilometern. Die Flugzeuge mit neun Sitzplätzen eignen sich ideal für Geschäftsreisende, die schnell hin- und zurückreisen möchten. Gerade in Deutschland, wo Autos oft im Stau stehen, Züge überfüllt sind und Flugreisen durch Sicherheitskontrollen viel Zeit kosten, sieht van Dartel großes Potenzial.
Utrechter Delegation erkundet Kooperationschancen

Die heute zu Besuch kommende Delegation aus Utrecht gehört zu den ersten niederländischen Gästen, die das Labor besichtigen. Unter der Leitung der Utrechter Bürgermeisterin Sharon Dijksma, des Geschäftsführers der Economic Board Utrecht Michiel Dijkman und des ROM Utrecht Region-Direktors Arjan van den Born erkunden sie mögliche Kooperationsansätze.
Utrecht liegt zentral in den Niederlanden, und hoch über der grünen Stadt fliegen verschmutzende Flugzeuge zum riesigen Flughafen Schiphol hin und her. Auch in den Niederlanden ist die Elektrifizierung der Luftfahrt ein großer Traum, wo Wanderlust die Norm ist. Gerade aufgrund der Lage besteht in Utrecht ein besonderes Interesse an Innovationen im Bereich intelligenter Mobilität.
Die große Herausforderung für Vaeridion besteht darin, in den kommenden Jahren erste Testaufträge abzuschließen. Weltweit gibt es potenziell etwa 15.000 Flugzeuge dieses Typs, die derzeit noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden und somit reif für einen Austausch sind.
Im Anschluss an diese Phase plant Vaeridion die Scale-up-Phase mit 100 Millionen Euro. Weitere 100 Millionen Euro werden benötigt, um die Serienproduktion für Batterien und Flugzeuge zu starten.
„Heart of Health“ trifft Innovationsregion München
Die Mission von Van Dartel passt perfekt zu dem zentralen Thema der Region Utrecht, das von der Europäischen Kommission als „Utrecht, Heart of Health“ zur Regionalen Innovationsregion erklärt wurde.
Seine Vision passt hervorragend zu dem zentralen Thema der Region Utrecht, die von der Europäischen Kommission als „Regional Innovation Valley“ für das Konzept „Healthy Living“ ausgezeichnet wurde.
Diese Gemeinsamkeiten bieten genügend Potenzial, um die nächsten Schritte für eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden der Region München zu erkunden.
München ist bekannt für sein innovatives Klima für Unternehmen mit starkem Engagement privater Akteure. Die Expertise zu Themen wie Campusentwicklung, der Aufbau und die Weiterentwicklung von Innovationsökosystemen und die Verbesserung des Investitionsklimas der Region kann wertvolle Einblicke für die Delegation bieten, die in diesen Bereichen ebenfalls über viel Erfahrung verfügt. Die Region ist nämlich mit Abstand die wettbewerbsfähigste Region in der Europäischen Union. Mit den zentralen Themen: Gesunder Mensch, gesunde Lebensumgebung und gesunde Gesellschaft.
Die Arbeit an einer gesunden Umwelt ist das zentrale Thema. Mit dem Besuch der Expo Real wird am 8. Oktober der nächste Schritt unternommen.
Autor: Katrin Schindler




