Wettbewerbsfähig zu bleiben ist für Zerspanungsbetriebe nur möglich, wenn Prozesse kontinuierlich verbessert und nahtlos integriert werden. Genau das demonstriert ein Konsortium aus elf niederländischen Technologieunternehmen auf der EMO 2025 in Hannover: die vollständig integrierte, digitalisierte und autonome Fabrik der Zukunft. Initiiert wurde das Projekt von der Federatie Productietechnologie (FPT), die Teil des Branchenverbands FME ist.
Vom Auftrag bis zum fertigen Werkstück – alles vernetzt
Am niederländischen Gemeinschaftsstand erleben Besucher eine voll funktionsfähige Produktionsumgebung, die zeigt, wie bestehende Technologien intelligent zusammenspielen. Im Fokus stehen drei Kernbereiche:
- Digitale Arbeitsvorbereitung: CAD/CAM, ERP und Produktionsplanung greifen papierlos ineinander, ergänzt durch zentrales Werkzeugmanagement. Fehlerquellen werden reduziert, Rüstzeiten verkürzt und die Fertigung planbarer.
- Autonome CNC-Produktion: „High Mix, Low Volume“-Aufträge laufen 24/7, ermöglicht durch automatisierte Maschinen, innovative Spanntechnik und nachhaltige Kühlschmierstoffe.
- Echtzeit-Cockpit: Dashboards schaffen Transparenz über Maschinenstatus, Energieverbrauch und Produktqualität – Probleme werden früh erkannt und proaktiv gelöst.
„Viele Unternehmen haben einzelne Automatisierungslösungen. Erstmals zeigen wir, dass der gesamte Prozess von Auftragseingang bis zur Qualitätsprüfung digital verbunden und in der Praxis funktionsfähig ist“, erklärt Eddo Cammeraat, Vorsitzender der FPT.
Teamwork als Fundament für erfolgreiche Digitalisierung
Technisch sei vieles lösbar, so Cammeraat. „Die größte Herausforderung war nicht die Technologie, sondern die Menschen: elf Unternehmen mit unterschiedlichen Systemen an einen Tisch zu bringen, Schnittstellen zu bauen und Offenheit für neue Ansätze zu schaffen. Das war echte Teamarbeit.“
Deswegen sei diese enge Kooperation auch ein Modell für künftige Projekte: „Man kann Technologien nur dann erfolgreich verknüpfen, wenn Firmen bereit sind, voneinander zu lernen und Standards gemeinsam zu entwickeln.“
Lokale Lösungen statt Cloud – Sicherheit im Blick
Besonders für deutsche Mittelständler ist das Thema Datensicherheit zentral. Hier gibt Cammeraat Entwarnung: „Unsere Lösung läuft lokal auf firmeneigenen Servern. Wir speichern keine sensiblen Produktionsdaten in der Cloud. Gerade in Branchen wie Luftfahrt, Semicon oder Verteidigung ist das entscheidend.“
Messbare Vorteile für Zerspanungsbetriebe
Die integrierte Fertigung bietet konkrete Ergebnisse:
- höhere Auslastung durch weniger Maschinenstillstände
- Kürzere Durchlaufzeiten durch reduzierte Wartezeiten zwischen Prozessschritten
- reduzierte CO₂-Emissionen,
- Rechtskonformität hinsichtlich neuer Anforderungen wie CO₂-Fußabdruck, E-Rechnungen oder digitalen Produktpässen
Darüber hinaus werden Fachkräfte entlastet, da Routinetätigkeiten automatisiert werden. Infolgedessen entsteht Freiraum für Innovation und Weiterentwicklung – ein entscheidender Faktor angesichts des Fachkräftemangels.
Mit Deutschland eng verbunden
Die Wahl der EMO in Hannover als Plattform ist kein Zufall: „Deutschland und die Niederlande sind wirtschaftlich eng verflochten – fast wie Geschwister“, so Cammeraat. „Viele unserer Partner haben deutsche Muttergesellschaften. Die EMO ist der ideale Treffpunkt, um unsere Innovationen sichtbar zu machen und den Austausch über Ländergrenzen hinweg zu fördern.“
Einladung zur EMO nach Hannover
Besucher können die „zerspanende Fabrik der Zukunft“ vom 22. bis 26. September 2025 in Halle 15 live erleben. Mit dabei sind Unternehmen wie Cellro, DMG MORI, FUCHS, HEIDENHAIN, ISCAR, Mitutoyo, MKG ERP, Laagland integrator of Zoller, SCHUNK, Supplydrive und TopSolid werden vor Ort sein.




