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Demenzpflege: Niederländisches Pflegetool verändert Alltag in deutschen Einrichtungen

Demenzpflege: Das niederländische Unternehmen Qwiek stellt innovativen Ansatz vor

Das niederländische Unternehmen Qwiek entwickelt Produkte, die Pflegekräften in der erfahrungsorientierten Betreuung mehr Wirksamkeit, Leichtigkeit und Freude bei der Arbeit ermöglichen. Für die Demenzpflege hat Qwiek ein audiovisuelles Tool entwickelt. Es schafft für pflegebedürftige Menschen eine beruhigende, emotional ansprechende Umgebung – direkt in ihrem vertrauten Wohnraum.​

Ziel von Qwiek ist es, mit gemeinnützigen Organisationen, Fachverbänden und Wissenszentren in der Gesundheitsbranche zusammenzuarbeiten. Dadurch steigt das Engagement und die Verbreitung innovativer Pflegeansätze für an Demenz Erkrankte. Durch diese Kooperationen möchte das Unternehmen die Besonderheiten der Pflegekulturen in verschiedenen Ländern besser verstehen – und so gemeinsam die Qualität der Demenzpflege verbessern.​

Eintritt in den deutschen Markt

Ein zentraler Partner für den deutschen Markt fand sich durch das Enterprise Europe Network (EEN) – genauer gesagt durch Bayern Innovativ und Martina Schuhmacher in Nürnberg. Sie stellte den Kontakt zum PPZ/NürnbergStift her, einem Innovationsprojekt, das bereits seit über sechs Jahren im Gesundheitsnetzwerk aktiv ist. Das PPZ wurde gegründet, um den Einsatz neuartiger Produkte und Technologien im Pflegebereich erlebbar zu machen und die Innovationen in den Praxisalltag einzuführen. Ziel ist es, die tägliche Arbeit im Pflegeheim zu erleichtern und mehr Zeit für die alten Menschen oder Patienten zu haben. Marlene Klemm, die Projektleiterin des PPZ, informierte sich über dieses Tool als gute Möglichkeit, es in den Alltag des Altenpflegeheims zu integrieren.​

Im Jahr 2022 wurde der mobile Projektor Qwiek.up in vier Einrichtungen des NürnbergStift für eine zweiwöchige Testphase eingesetzt – mit durchweg positiver Resonanz seitens der Pflegekräfte. Nach den oben beschriebenen Testphasen waren die Rückmeldungen aus den vier stationären Pflegeeinrichtungen positiv, so dass das PPZ/Nürnberg in eine zweite Testphase ging.​

Nach der Testphase in den dauerhaften Praxiseinsatz in der Demenzpflege

Ende Januar 2023 übergab Frau Kaupp von der Firma Qwiek.up zwei weitere Geräte an das PPZ/Nürnberg. Diese sind nun für eine zweite Testphase in den Einrichtungen in St. Johannis und Platnersberg im Einsatz. Das Innovationsnetzwerk Gesundheit und das EEN von Bayern Innovativ besuchten das PPZ Nürnberg und präsentierten dort verschiedene Medizinprodukte – darunter den mobilen Projektor von Qwiek. Das Gerät ist wirklich einfach zu handhaben, es ist beweglich und das Bedienfeld ist leicht zu bedienen.Pflegekräfte bestücken das Gerät mit verschiedenen USB-Sticks, die sie auch selbst erstellen können. Weil ältere Menschen und Patienten im PPZ den Projektor sehr gut bewertet haben, gehört er jetzt fest zur Ausstattung und ist im Pflegeheim täglich im Einsatz.

Die Pfleger und Altenpfleger haben bei der Benutzung dieses Projektors und beim Verfolgen der an die Decke oder an die Wand geworfenen Bilder deutlich eine positive Wirkung auf die Menschen erkannt, die dazu führt, dass sie ruhiger, zufriedener und glücklicher werden und immer mehr Ängste verlieren. Dieses Instrument hat inzwischen viele andere Krankenhäuser, Pflegeheime und Einrichtungen für behinderte Menschen in Deutschland erobert. Ein weiteres Beispiel ist das Clemenshospital in Münster.​

Validierung am Markt

Qwiek hat durch die Zusammenarbeit einen Partner in Bayern gefunden. Gemeinsam tauschen sie Fachwissen und Erkenntnisse aus, um das Produkt weiter zu validieren und an den deutschen Markt anzupassen. Bei dieser Zusammenarbeit geht es um echte Ergebnisse, die für beide Partner Vorteile bringen. Außerdem wollen sie ihre Zusammenarbeit in naher Zukunft ausbauen. Der erste Anstoß für diese Zusammenarbeit wurde 2019 gegeben. Corona hat dann dafür gesorgt, dass dieser Prozess länger dauerte. Dennoch kam es 2022 zu einer Zusammenarbeit und die Partnerschaft wächst weiter.​

Der kaufmännische Leiter Chris Rameckers: “Das PPZ ist eine anerkannte Institution in der Region. Wer dort mit einem Produkt vertreten ist, gewinnt automatisch an Glaubwürdigkeit. Das schafft Sichtbarkeit und erleichtert den Zugang zu anderen Gesundheitseinrichtungen. Zudem spricht das PPZ gezielt Empfehlungen aus, zum Beispiel über Broschüren. Wer dort genannt wird, dem stehen oft weitere Türen offen.​”

Die beteiligten niederländischen EEN-Partner sind die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK) und später auch LIOF, die regionale Entwicklungsagentur der Provinz Limburg.​

Relevanz für Deutschland: Demenzpflege braucht neue Impulse

Die Pflege steht in Deutschland vor einem Wendepunkt: Der Fachkräftemangel verschärft sich, während die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigt. Bis 2049 wächst der Bedarf an Pflegekräften um rund 27 Prozent. Besonders in der stationären Altenpflege fehlen Zeit, Personal und emotionale Ressourcen.

Genau hier setzt Qwiek an: Mit einfachen, technologischen Lösungen schafft das niederländische Unternehmen spürbare Entlastung im Pflegealltag. Damit wird gleichzeitig die Lebensqualität von Menschen mit Demenz gestärkt. Die erfolgreiche Integration im Nürnberger Pflege-Netzwerk zeigt, wie solche Innovationen in Deutschland helfen können, Pflege menschlicher und effizienter zu gestalten.

Bild: Qwiek

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Die LIOF ist eine Unternehmensorganisation zur Wirtschaftsförderung der niederländischen Provinz Limburg.

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