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Grenzüberschreitende Energiepartnerschaft: Deutschland und die Niederlande setzen auf grünen Wasserstoff


Am 6. und 7. Mai 2025 kamen deutsche und niederländische Delegationen in Stuttgart und Heidelberg zusammen. Ziel des Treffens: die Zusammenarbeit im Bereich Wasserstofftechnologien auszubauen und den Einsatz von grünem Wasserstoff voranzutreiben. Im Fokus stand die Brabanter Hydrogen Innovation Coalition – ein Zusammenschluss aus Hightech-Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Akteuren aus Nordbrabant.

Das zweitägige Programm begann mit einem offiziellen Empfang der Honorarkonsulin Marjoke Breuning am ZSW – Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg in Stuttgart. Dort wurden der Wirtschaftsminister von Nordbrabant, Martijn van Gruijthuijsen, sowie die anwesenden Unternehmen und Wissenseinrichtungen aus Nordbrabant und Baden-Württemberg begrüßt.

Paul Gosselink von der Wirtschaftsförderung Brabant präsentierte die Innovationskoalition und kündigte ein strategisches Mehrjahresprogramm zur Marktentwicklung in Deutschland an. Das Ziel? Internationale Kooperationen systematisch ausbauen.

Zum Programm am 6. und 7. Mai gehörten Besuche im ElyLab des ZSW, dem Robert Bosch Zentrum für Forschung und Vorausentwicklung, Heidelberger Druckmaschinen, dem InnovationLab Heidelberg sowie FLEXOO.

Ein besonderer Höhepunkt des Programms war die Teilnahme beider Delegationen an den Feierlichkeiten zum Königstag, zu der die Generalkonsulin des Königreichs der Niederlande, Annelies Faro, eingeladen hatte. In den Reden von Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Martijn van Gruijthuijsen wurde die langfristige wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Nordbrabant betont.

Grüner Wasserstoff: Wie Elektrolyseure zur Schlüsseltechnologie werden

Deutschland und die Niederlande verfolgen ein gemeinsames Ziel: bis 2050 klimaneutral zu werden. Wasserstoff spielt dabei eine zentrale Rolle – insbesondere, um die Industrie und den Mobilitätssektor nachhaltiger zu gestalten und die Energieversorgung zu sichern.

Ein Elektrolyseur ist ein Gerät, das Wasser mittels Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Kommt erneuerbare Energie zum Einsatz, entsteht grüner Wasserstoff – ein klimafreundlicher Energieträger. Wasserstoff spielt derzeit noch eine untergeordnete Rolle im Energiemix, wird aber künftig eine zentrale Bedeutung für nachhaltige Energiesysteme haben.

Perspektiven aus Brabant und Baden-Württemberg

Peter van Overdijk, Koordinator der Innovation Coalition für der Provinz Nordbrabant, betont die Bedeutung des Triple-Helix-Ansatzes gegenüber Niederlande Nachrichten.

„Der Triple-Helix-Ansatz stammt aus Brabant: eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, lokalen und provinzialen Behörden, Schulen und Universitäten. Dieses Modell hat eine weltweit führende Hightech-Region hervorgebracht, mit Vorzeigeprojekten wie Brainport Eindhoven und großen Akteuren wie Philips, ASML und VDL.“

Die Brabanter Hightech-Industrie, Forschungseinrichtungen, Bildungspartner und Behörden bündeln ihre Kräfte in der Hydrogen Innovation Coalition. Gemeinsam entwickeln sie Technologien, die grünen Wasserstoff kosteneffizient nutzbar machen – und dabei den Einsatz seltener und schädlicher Materialien reduzieren.

Der Bedarf an kostengünstigem Wasserstoff ist weltweit groß. Allerdings ist Wasserstoff derzeit noch relativ teuer. Baden-Württemberg könnte als Partner von Brabant maßgeblich zur Entwicklung kosteneffizienter Elektrolyseure beitragen. „Eine der größten Herausforderungen ist es, die Kosten für grünen Wasserstoff zu senken – durch die Optimierung aktueller Elektrolyseur-Generationen auf Komponenten- und Systemebene“, erklärt Van Overdijk.

„Wir entwickeln zudem nachhaltige Technologien der nächsten Generation, die den Einsatz seltener Erden und PFAS deutlich reduzieren. Auch in Deutschland befinden sich Elektrolyseure noch in der Entwicklung – in Bezug auf Leistung, Kosten und Produktionsverfahren. Die Verbindung von Brabanter Innovationen mit deutscher Forschung, Test- und Produktionseinrichtungen im Wasserstoffsektor schafft wertvolle Synergien und eröffnet neue Kooperationsmöglichkeiten.“

Wo Baden-Württemberg und Brabant sich strategisch ergänzen

Michael Kröger, Vertreter der deutschen Delegation, sieht großes Potenzial in der Zusammenarbeit: „Nordbrabant und Baden-Württemberg können sich hervorragend ergänzen. Die Hightech-Industrie und die Forschungszentren in Nordbrabant, wie das Holst Centre, bringen ihre Expertise in Wasserstofftechnologien und fortschrittliche Materialien ein, während Baden-Württemberg mit exzellenten Universitäten und Forschungseinrichtungen in Life Sciences, Ingenieurwesen, Medizin, Biowissenschaften und Wasserstofftechnologien punktet.“

Die Vielzahl an innovativen KMUs in beiden Regionen fördert zudem schnellen Wissenstransfer und gemeinsame Pilotprojekte. Das InnovationLab agiert als Plattform für die Entwicklung und Industrialisierung neuer Technologien. Die Kooperation mit dem Holst Centre besteht bereits seit über zehn Jahren und wurde 2023 durch ein Kooperationsabkommen weiter gestärkt.

Ein erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit ist das Projekt HyPerLink, das eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Pipeline schafft und so die Infrastruktur für den Wasserstofftransport stärkt.

Zwei Regionen, ein Ziel: Die klimaneutrale Industrie von morgen

Michael Kröger hebt die Vorteile der Partnerschaft mit den Niederlanden hervor: „Partnerschaften mit den Niederlanden sind besonders interessant, da die Niederlande pragmatisch und schnell in der Umsetzung sind, was die Markteinführung neuer Technologien beschleunigt. Gerade im Bereich neuer Materialien und Komponenten für Wasserstoffsysteme ergeben sich große Synergien mit süddeutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen.“

Peter van Overdijk ergänzt: „Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Brabant und des Teams für internationale Angelegenheiten der Provinz Nordbrabant möchte die Brabanter Hydrogen Innovation Coalition ihre Kontakte zur Region Baden-Württemberg ausbauen. Wir fokussieren uns dabei auf Kontakte, die sich auf die großtechnische Wasserstoffproduktion und die Kenntnis von Produktionsanlagen konzentrieren. Wir suchen Unternehmen, die Membranen oder Stacks entwickeln, Nickeloberflächen im großen Stil beschichten oder innovative Elektrolyse- und Brennstoffzellen herstellen. Auch Anbieter für elektrochemische Verarbeitung, PV-CVD-Werkzeuge der nächsten Generation, räumliche Atomablagenscheidung und Turn-Key-Lösungen sind gefragt.“

Wer jetzt Partner wird, gestaltet die Wasserstoff-Zukunft mit

Für die Entwicklung von Business-to-Business-Projekten werden grenzüberschreitende Partnerschaften im Bereich industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung angestrebt. Regierungen suchen aktiv nach Partnern, um Kooperationen zwischen Regierungsstellen zu stärken und den Handel zwischen niederländischen und europäischen Unternehmen zu fördern.

Diese Kooperation zwischen Brabant und Baden-Württemberg zeigt, wie grenzüberschreitende Partnerschaften die Entwicklung nachhaltiger Technologien vorantreiben können – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität.

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Brabant: Spitzenregion für Wissen und Innovation, Region besonderer Neuerungen, unternehmerischer Zusammenarbeit und gemeinsamer Erfahrungen. In Brabant suchen wir nach bahnbrechenden Lösungen, wir denken über den Tellerrand hinaus. Wir halten unsere...

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