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Hannover Messe 2024: Wie Deutschland und die Niederlande sich gegenseitig in der Hightech-Innovation fördern


Wenn sich am 22. April die Tore der Hannover Messe öffnen, ist es bereits 10 Jahre her, seit die Niederlande das erste Mal als Partnerland auf der Messe vertreten waren. Seitdem haben sich die Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden deutlich vertieft, sagt der Vorsitzende von Holland High Tech, Marc Hendrikse. „Wir profitieren von den Stärken des jeweils anderen, um die Herausforderungen der großen Umwälzungen gemeinsam zu bewältigen.“

Sind die Niederlande ein innovatives Industrieland? Sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden war dieses Image noch gar nicht so recht durchgedrungen, als die Niederlande vor 10 Jahren gebeten wurden, Partnerland der Hannover Messe zu werden. Die gemeinsame Präsentation des niederländischen Hightech-Sektors auf der größten Industriemesse räumte alle Zweifel aus. „Natürlich sind wir ein innovatives Industrieland. Und Deutschland kennt uns inzwischen gut“, sagt der Vorsitzende von Holland High Tech, Marc Hendrikse.

Hendrikse kann sich noch gut an die Hannover Messe 2014 erinnern. Als er gemeinsam mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Mark Rutte an den niederländischen innovativen Hightech-Unternehmen vorbeiging, erkannten beide Nachbarländer, dass es viel Kooperationspotenzial gibt. „Kurz darauf besuchte Bundeskanzlerin Merkel den Chipmaschinenhersteller ASML in Veldhoven (Provinz Noord-Brabant), was die Bedeutung der Hightech-Industrie – auch in den Niederlanden – noch deutlicher machte.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Marc Hendrikse (Holland High Tech) und der niederländische Premierminister Mark Rutte auf der Hannover Messe 2014.

Hightech verbindet sich mit ICT, Chemie und Energie

Wir schreiben das Jahr 2024 und mehrere Hallen der Hannover Messe sind noch immer orangefarben. Doch auch die niederländischen Pavillons sehen jetzt anders aus. „Als Holland High Tech, dem Topsektor High Tech Systems and Materials (HTSM), sind wir schon seit 12 Jahren in Hannover vertreten“, so Hendrikse. Doch in diesem Jahr blicken die Niederländer über den Tellerrand hinaus. „Neben der Hightech-Industrie sind auch die Branchen IKT, Chemie und Energie im NL-Pavillon in Halle 8 (D34) vertreten.“

„Das ist kein Zufall“, sagt Hendrikse. „Wir stehen als Gesellschaft vor großen Veränderungen. Wir wollen weg von fossilen Rohstoffen. Deshalb müssen wir als Hightech-Industrie eng mit den Bereichen IKT, Chemie und Energie zusammenarbeiten, um dies zu erreichen. Denken Sie zum Beispiel an die Entwicklung neuer nachhaltiger Materialien. Es gibt auch eine demografische Herausforderung. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften nimmt zu, während wir die Produktivität steigern müssen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Entwicklung von Digitalisierung und Robotik ist daher von entscheidender Bedeutung.“

Diese großen gesellschaftlichen Herausforderungen erfordern neue Wege der Zusammenarbeit. „Wir müssen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit lernen. Wir finden neue Lösungen, wenn wir den gegenseitigen Austausch von Wissen und Fähigkeiten zwischen Sektoren, aber auch zwischen Ländern ermöglichen.“

„Die geopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre zeigen die Notwendigkeit, die Kräfte innerhalb Europas zu bündeln“, so Hendrikse. „Wir müssen unsere eigene Autonomie innerhalb Europas verwirklichen. Als Niederlande tun wir das, indem wir ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Deutschland und Frankreich suchen. Doch wie können wir von den Stärken des jeweils anderen profitieren?“

Gleichgewicht zwischen Top-down und Bottom-up

„Die Transitionen stellen die Unternehmer vor große Herausforderungen. Dies zu bewältigen, ist ein delikater Prozess“, weiß Hendrikse, der selbst jahrzehntelang in der Geschäftsführung mehrerer Hightech-Unternehmen tätig war. „In den Niederlanden haben wir eine so genannte Spitzensektorpolitik entwickelt, bei der Unternehmen, Wissenseinrichtungen und Regierungen zusammenarbeiten, um Innovationen für gesellschaftliche Herausforderungen auf den Markt zu bringen.“

Bei dieser Abstimmung verfügen alle drei Parteien über ihre eigene Agenda. „Aber indem wir diese Interessen kombinieren, suchen wir gemeinsam nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen ‚top-down‘ und ‚bottom-up‘.“ Dies hat in den letzten Jahren zu großen Innovationsprojekten in den Niederlanden geführt, etwa in den Bereichen Quantentechnologie, Photonik, Wasserstofftechnologie und alternative Antriebssysteme für den Schwerlastverkehr.

„Diese Zusammenarbeit gewährleistet eine schnellere Umsetzung von Innovationen“, sagt Hendrikse. „Denken Sie zum Beispiel an Wasserstoff. Dieses Gebiet ist Neuland, also brauchen die Unternehmer die Wissenschaft für die Forschung und die Regierung für die Regulierung und den Aufbau der Infrastruktur. Wir brauchen uns gegenseitig, um die Entwicklung zu beschleunigen.

Zusammenarbeit bei der Innovation mit Deutschland

Im Rahmen dieser Verbindungen wird auch zunehmend die Zusammenarbeit mit Deutschland gesucht. Ein Beispiel ist das niederländische Modell der „Fieldlabs“, in denen Unternehmen und Wissenseinrichtungen gemeinsam neue technologische Anwendungen erproben. „Wir schauen uns an, was in kleinen Maßstäben funktioniert. Um innovativ zu sein, muss man Dinge einfach ausprobieren und aus seinen Fehlern lernen. Wenn wir wissen, was funktioniert, können wir es skalieren. Genau darin liegt eine der großen Stärken Deutschlands.“

An mehreren Fieldlab-Projekten sind daher deutsche Partner beteiligt. Etwa bei der Entwicklung alternativer Kraftstoffe für den Verkehrssektor oder bei der Digitalisierung von Fabriken. „Das war für beide Länder anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir haben beide schnell den Mehrwert erkannt.“

Die Niederlande müssen mittlerweile auf der Hannover Messe nicht mehr erklären, dass sie ein Hightech-Industrieland sind. Dennoch sollten die beiden Nachbarländer weiter darüber diskutieren, wie diese Zusammenarbeit am besten aussehen kann. „Deshalb organisieren wir während der Hannover Messe einen speziellen Abend für Interessenvertreter, bei dem wir die Technologiestrategien beider Länder vergleichen.“ Hendrikse ist davon überzeugt, dass dies in naher Zukunft noch deutlich mehr Früchte tragen wird. „Deutschland und die Niederlande sind in erster Linie die Länder, die zeigen können, wie wir bei der europäischen Autonomie am besten zusammenarbeiten können.“

NL-Pavillon Hannover Messe

Die größte Industriemesse der Welt findet dieses Jahr vom 22. bis 26. April in Hannover statt. Den NL-Pavillon finden Sie am Stand D34 in Halle 8. Unter dem Motto „Gemeinsam für eine intelligente und nachhaltige Zukunft“ zeigt der Pavillon intelligente Lösungen niederländischer Unternehmen, die zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Zukunft beitragen.

Der „Meet the Dutch“-Netzwerkempfang findet am Dienstagnachmittag ab 17:00 Uhr im NL-Pavillon (D34, Halle 8) statt. Weitere Informationen und die Anmeldung zur Messe finden Sie hier.

Niederländische Startups sind in Halle 17 unter dem Namen NL Innovation Square zu finden.

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