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Telemedizin: Brabant und Baden-Württemberg vertiefen Kooperation


Am 17. Oktober 2024 empfing die Provinz Nordbrabant Minister Manne Lucha, den Minister für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg. Der Fokus des Treffens lag darauf, die innovativen Ansätze Brabants im Bereich der Gesundheitsversorgung, insbesondere in den Bereichen Telemedizin, personalisierte Gesundheitslösungen und datengetriebene Gesundheitsinnovation, zu präsentieren. „Die Region Nordbrabant gilt gerade in den Feldern Telemedizin, Künstliche Intelligenz, Personalisierte Medizin und Datennutzung als besonders fortschrittlich. Davon konnte ich mich persönlich vor Ort überzeugen und mit den Akteuren ins Gespräch kommen. Das hat mich sehr beeindruckt!“, äußerte sich Minister Lucha begeistert.

Der Besuch von Minister Lucha ist das Ergebnis einer Rede während des Königstages bei der NBSO Stuttgart im Jahr 2023. Damals besuchte die Provinz Brabant die Veranstaltung mit einer Reihe von Unternehmen, die in der telemedizinischen Überwachung von Patienten außerhalb des Krankenhauses tätig sind. Der Honorarkonsul der Niederlande in Stuttgart, Albrecht Kruse, lud den Minister anschließend in die Niederlande ein.

Innovationen im Gesundheitswesen: Telemedizin im Fokus

Ein Höhepunkt des Programms war der Besuch des Jeroen-Bosch-Krankenhauses (JBZ) in ’s-Hertogenbosch. Das Krankenhaus hat sich durch seine wegweisende Arbeit im Bereich der häuslichen Überwachung von Patienten einen Namen gemacht. Marco van Geffen, Projektleiter des Home-Monitorings im JBZ, erklärt: „Wir arbeiten eng mit Hausärzten zusammen, um den Patienten eine möglichst nahtlose Betreuung zu bieten. Ein gemeinsames Ziel ist dabei essenziell, um auf Augenhöhe zu kooperieren und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.“

Die Telemedizin des JBZ zeigt bereits beeindruckende Resultate. „Bei Patienten mit Herzinsuffizienz konnten wir die Krankenhauseinweisungen um 50 % senken. Wenn es doch zu einem Aufenthalt kommt, ist die Verweildauer um 40 % kürzer“, berichtet van Geffen. Diese Innovationen geben den Patienten mehr Kontrolle über ihre Gesundheit und entlasten gleichzeitig das Gesundheitssystem.

Minister Lucha zeigte sich vom Modell des JBZ beeindruckt: „Diese innovativen Ansätze sind inspirierend und bieten wertvolle Impulse für unsere Arbeit in Baden-Württemberg.“ Besonders die enge Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, Hausärzten und der Nutzung digitaler Technologien hat das Potenzial, auch in Baden-Württemberg umgesetzt zu werden.

Weitere Programmpunkte: Maßgeschneiderte Therapien und Datenintegration

Im weiteren Verlauf des Tages besuchte die Delegation die Jheronimus Academy of Data Science (JADS) in ’s-Hertogenbosch. Hier wurde den Gästen die Arbeit von TOMi, dem „Therapie op maat“-Institut, vorgestellt. Ziel von TOMi ist es, maßgeschneiderte Therapien für individuelle Patienten zu entwickeln und diese schneller von der Forschung in die klinische Anwendung zu bringen. Lucha betonte die Chancen personalisierter Therapien für das deutsche Gesundheitssystem: „Personalisierte Behandlungsstrategien bieten große Chancen, um die optimale Therapie für eine Erkrankung eines Patienten einzusetzen. Herausforderungen sehe ich jedoch bei der Gesundheitsdatennutzung und der Evidenzgewinnung.“

Ein weiterer Besuch führte die Delegation zu Kinetic Analysis. Das Unternehmen zeigt, wie technologiegetriebene Innovationen im Gesundheitswesen dazu beitragen können, die menschliche Gesundheit durch datengestützte Ansätze zu verbessern. „Eine verbesserte Gesundheitsdatennutzung ist entscheidend für ein auf Innovation und Gesundheitserhalt ausgerichtetes Gesundheitswesen“, erklärte Minister Lucha.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Van Geffen vom JBZ betonte die Bedeutung gleichberechtigter Partnerschaften: „Als Krankenhaus dürfen wir den Hausärzten nicht vorschreiben, wie sie arbeiten sollen. Der Erfolg unserer Projekte basiert auf gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamen Zielen.“ Diese enge Verzahnung von Krankenhäusern, Hausärzten und digitaler Technologie ist ein Modell, das auch für Baden-Württemberg von großem Interesse ist. 

Minister Lucha sieht in dieser Kooperation einen inspirierenden Ansatz: „Durch den gemeinsamen europäischen Rechtsrahmen, also etwa die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die EU-KI-Verordnung und die Medical Device Regulation (MDR), ist ein Austausch über die unterschiedliche regulatorische Auslegung besonders wertvoll und eröffnet neue Chancen – zum Beispiel bei der Gesundheitsdatennutzung und der Zertifizierung von KI-gestützten Medizinprodukten.“

Auch Martijn van Gruijthuijsen, Minister für Wirtschaft und Innovation der Provinz Nordbrabant, sieht in der Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg große Chancen: „Brabant ist gut darin, Innovationen schnell in die Praxis zu bringen, während Baden-Württemberg stark in der Skalierung ist. Diese Kombination hat enormes Potenzial.“

Nächste Schritte und langfristige Vision für Innovationen im Gesundheitssektor

Beide Minister bekräftigten, dass dieser Besuch nur der Anfang einer intensiveren Zusammenarbeit sei. Van Gruijthuijsen betonte: „Unsere Aufgabe als Provinz ist es, die richtigen Akteure zu vernetzen, damit aus Ideen erfolgreiche Projekte werden.“ Minister Lucha ergänzte, dass Baden-Württemberg derzeit prüft, wie diese Kooperation konkret vertieft werden kann: „Ich könnte mir gemeinsame Forschungsprojekte im Bereich KI und Digitalisierung vorstellen, für die sich ein niederländisch-deutsches Konsortium um europäische Fördermittel bewirbt. Auch bei der Einrichtung von KI-Reallaboren, deren Etablierung in allen Mitgliedstaaten durch die EU-KI-Verordnung eingefordert wird, sehe ich Möglichkeiten einer Zusammenarbeit.”

Mit diesem Besuch legten Brabant und Baden-Württemberg den Grundstein für zukünftige Partnerschaften, die dazu beitragen sollen, das Gesundheitswesen beider Regionen effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Autor: Katrin Schindler

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