Jochem Bossenbroek erhält mit Verdify immer mehr Aufmerksamkeit aus Deutschland. Foto: Verdify

Verdify: KI-System für gesündere Rezepte

Über ein Drittel der Deutschen möchte gerne abnehmen. In der Praxis scheint gesünderes Essen jedoch schwieriger zu sein, als es scheint. Das KI-System von Verdify, mit dem Kochrezepte im Handumdrehen gesund und an den persönlichen Geschmack angepasst werden können, stößt daher in Deutschland auf großes Interesse.

Das KI-System von Verdify greift ein Problem auf, mit dem viele Menschen jeden Tag kämpfen. Gut 36 % der Deutschen hatten Anfang 2023 den guten Vorsatz abnehmen zu wollen, das meldet das Statistikinstitut Statista. Und die Apothekenzeitschrift Senioren Ratgeber hat 2018 seine Leser gefragt, wie wichtig ihnen eine gesunde Ernährung ist. 43,2 % gaben an, dass sie gerne gesund essen und trinken, dies in der Praxis aber oftmals nicht gelingt.

Warum ist gesundes und nachhaltiges Essen in der Praxis eigentlich so schwierig? Diese Frage inspirierte den Unternehmen Jochem Bossenbroek zur Gründung von Verdify. „Im Supermarkt werden wir systematisch zum Kauf ungesunder Produkte verleitet. Ich habe mich gefragt, wie Technologie uns dabei helfen kann, richtig zu essen, und ob die richtige Ernährung Patienten in ihrem Krankheits- und Genesungsprozess hilft.“

Verdify: KI verbindet medizinische Daten mit leckerem und gesundem Essen

In den vergangenen Jahren hat das Team von Verdify ein Softwaresystem entwickelt, um die persönlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen zu ermitteln. „Verdify ermöglicht es, bis zu 40 Parameter pro Person zu erfassen. Denken Sie zum Beispiel an Ihren BMI, Ihre DNA, Ihre Blutwerte und andere medizinische Daten. Benutzer verknüpfen diese dann mit ihrem persönlichen Geschmack und Lebensstil. Auf dieser Grundlage stellt die Software für Sie einen wöchentlichen Speiseplan mit Mahlzeiten zusammen, die gesund, nachhaltig und lecker sind.“

Die Software, die Menschen dazu anregt, sich besser zu ernähren, ist bereits in 39 Rezept-Websites in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich integriert, wie Great British Chefs und Oh my Foodness. Websites, die monatlich Tausende bis Millionen von Besuchern erreichen. „Im nächsten Jahr wollen wir ein Update veröffentlichen, mit dem wir Rezepte ganz einfach auf pflanzlich, laktose- oder glutenfrei umstellen können.“ Jetzt kann Verdify bereits eine Lebensmittelmarke genau an der richtigen Stelle in den Rezepten platzieren. „Das ist dann eine Marke, die von uns auf ihre Übereinstimmung mit einer gesunden oder nachhaltigen Ernährung geprüft wurde. Sie können ihre Zielgruppe auf diese Art und Weise wesentlich besser erreichen. Mit ihnen schließen wir Partnerschaften.“

Nach dem Erfolg im Vereinigten Königreich und den Niederlanden stößt Verdify nun auch in Deutschland auf großes Interesse. „Für Supermärkte ist es interessant, ihre eigenen Rezepte umzuwandeln. So können die Verbraucher, die ihre Website besuchen, die Rezepte sofort individuell anpassen. Natürlich bleiben wir hierbei unseren Prinzipien treu, den Menschen bei gesünderen Ernährungsgewohnheiten zu helfen.“

Diese Lösung kann mit Interesse aus Deutschland rechnen, wie er diesen Herbst auf der Lebensmittelmesse ANUGA in Köln feststellen konnte. „Wir konnten unsere Technologie auf großen Touchscreens präsentieren. Das zog Vertreter der großen Supermarktketten und von Lebensmittelherstellern an.“

Medizinische Welt profitiert von gesunden Ernährungsgewohnheiten

Darüber hinaus kann eine gesündere Ernährung auch in medizinischer Hinsicht einen großen Unterschied ausmachen, so Bossenbroek. „Gesünderes Essen unterstützt eine schnellere Genesung und trägt zu einem besseren Gleichgewicht bei.“ Gleichzeitig fiel ihm auf, dass gesunde Ernährung von vielen Ärzten zu wenig Aufmerksamkeit erhält. „Das liegt daran, dass dieses Thema in der Ausbildung von Ärzten kaum eine Rolle spielt, während wir hier wirklich etwas bewirken können.“

Um dies zu beweisen, führt Verdify jetzt in Italien mit individuellen Ernährungsplänen für Brustkrebspatienten eine klinische Studie in der Onkologie durch. Bossenbroek ist auf Grundlage anderer wissenschaftlicher Studien zuversichtlich, dass personalisierte Wochenrezepte einen großen Unterschied machen können. „Es ist bereits wissenschaftlich erwiesen, dass Brustkrebspatienten, die sich gut ernähren, weniger unter den Nebenwirkungen der Behandlung leiden. Sie benötigen weniger Aufnahmetage und sie müssen die Behandlung nicht so häufig vorzeitig abbrechen.“

Der Niederländer sieht daher viele Wachstumschancen für Verdify. Die Idee zu Verdify hatte er, als er sein Beratungsunternehmen im Bereich Biotechnologie und Biomedizin verkaufte. Die Erkenntnis, dass Ernährung in den Behandlungsplänen im Gesundheitswesen nur eine so kleine Rolle spielte, hat ihn überrascht. „In den sechs Jahren der medizinischen Grundausbildung sind nur 18 Stunden für das Thema Ernährung vorgesehen. Und meistens geht es dabei um Extremfälle, in denen Menschen nicht mehr schlucken können. Dort lässt sich noch eine Menge gewinnen.“

Team Verdify.

Mit Verdify will er die medizinische Welt von der Wichtigkeit einer gesunden Ernährung überzeugen. Und er will gesunde Verbraucher ermutigen, sich schrittweise gesünder und nachhaltiger zu ernähren. „Ärzte sind dazu unzureichend ausgebildet und die Krankenkassen übernehmen zu selten die Kosten. Wir wollen jetzt anhand verschiedener klinischer Validierungsstudien nachweisen, dass es funktioniert. Dabei orientieren wir uns an den wissenschaftlichen Leitlinien für die jeweilige Krankheit, zum Beispiel bei Brustkrebs.“

Brightlands Campus Greenport Venlo

Bossenbroek legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft. „Wir arbeiten zum Beispiel mit verschiedenen Universitäten zusammen. Im Bereich Prävention und Ernährungsberatung arbeiten wir mit den Universitäten in Utrecht, Wageningen und Eindhoven zusammen.“

Verdify ist auf dem Brightlands Campus Greenport in Venlo, kurz hinter der niederländischen Grenze, angesiedelt. Mit LIOF erhält das Scale-up Unterstützung bei der Entwicklung internationaler Aktivitäten, unter anderem in Deutschland.

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