Wie können das deutsche Bundesland Bayern und die niederländische Provinz Noord-Brabant einander bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Industrie weiterhelfen? Nordbrabants Regionalminister für Wirtschaft, Talententwicklung und Finanzen Martijn van Gruijthuijsen wird dazu mit einer exklusiven Delegation die KI.FABRIK in München besuchen.
Achim Lilienthal ist Professor der Informatik und hat den Lehrstuhl „Perception for Intelligent Systems“ an der TUM School of Computation, Information and Technology (CIT) der Technischen Universität München (TUM) inne. Zudem ist er Leiter der KI.FABRIK. Er wird die niederländische Delegation hier empfangen und ist stolz auf den disruptiven Charakter der KI.FABRIK. „Von Anfang an haben wir hier an der Schnittstelle zwischen Robotik und KI gearbeitet. Zum Beispiel in der Forschung zur Mensch-Roboter-Interaktion. In dem europäischen Projekt DARKO ‚Dynamic Agile Production Robots That Learn and Optimise Knowledge And Operations‘, das ebenfalls in der KI.FABRIK gezeigt wird, untersuchen wir, wie Roboter auf menschliches Verhalten reagieren können.“
Sie möchten mehr über die KI.FABRIK in München erfahren? Dann sehen Sie sich diesen Rundgang mit Professor Lilienthal an.
Als Beispiel nennt Lilienthal auch den Einsatz von KI bei der Entwicklung neuer Produkte. „Seit einem Jahr kennt jeder generative KI-Tools wie Midjourney und Dall-E, um aus Textvorgaben Bilder zu generieren.“ In der KI.FABRIK in München wird bereits seit einigen Jahren erforscht, wie diese Technik in der 3D-Produktentwicklung angewendet werden kann: Zur Entwicklung, Verfeinerung und dem 3D-Druck von Entwürfen.“
Für die KI.FABRIK ist die Kommunikation mit der Gesellschaft über Zukunftstechnologien sehr wichtig
Für Lilienthal ist zudem der Standort der KI.FABRIK etwas Besonderes. „Da wir im Deutschen Museum in München angesiedelt sind, sind wir sehr sichtbar und die Kommunikation mit der Gesellschaft, die ich für eine wichtige Aufgabe halte, spielt eine besonders große Rolle. Das Museum zeigt die technische Entwicklung der Vergangenheit. Jetzt können wir auch Entwicklungen der Zukunft zeigen. Das ist einzigartig.“

Der Professor schätzt den Wissensaustausch mit den Niederlanden. „Schon kurz nach meiner Berufung als Professor hier in München kam ich in Kontakt mit Noord-Brabant. Schon damals habe ich gemerkt, dass die Art und Weise, wie dort mit Innovationen umgegangen wird, sehr gut zu Bayern passt.“
Deutschland profitiert vom Wissensaustausch mit den Nachbarländern
Diese Kontakte führten Lilienthal bereits nach Eindhoven. Er besuchte auch den Brainport Industries Campus (BIC). „Während die KI.FABRIK den besonderen Bezug zur Öffentlichkeit hat, sieht man am BIC noch stärker den direkten Bezug zu produzierenden Unternehmen und der praktizierten Lehre.“
Professor Lilienthal, der 15 Jahre in Schweden gelebt und gearbeitet hat, ist der Meinung, dass Deutschland sehr viel von seinen Nachbarländern wie den Niederlanden lernen kann. „Wir müssen das Rad nicht immer neu erfinden. Ideen, die anderswo gut funktionieren, können wir einfach kopieren, aber auch umgekehrt haben wir anderen Ländern viel zu bieten. Eine solche Zusammenarbeit funktioniert für beide Seiten gut.“
Wenn es um die Zusammenarbeit bei neuen Ideen geht, habe Nordbrabant in Bayern einen guten Partner, so Lilienthal. „Die Bayrische Hightech Agenda stellt ein sehr umfangreiches 5-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm für Zukunftstechnologien wie KI und Quantentechnologie dar.“
Van Gruijthuijsen: Bayern und Noord-Brabant stehen vor denselben Herausforderungen
Die niederländische Delegation wird vom nordbrabantischen Regionalminister für Wirtschaft, Talententwicklung und Finanzen Martijn van Gruijthuijsen geleitet. Er sieht einen großen Mehrwert in dem Wissensaustausch. „Noord-Brabant und Bayern haben beide eine starke und intelligente verarbeitende Industrie und stehen vor denselben Herausforderungen. Wir haben Mühe, genügend Talente zu finden, während der Markt immer effizientere Produktionsprozesse und individualisierte Produkte verlangt.“
„Der deutsche Freistaat und die niederländische Provinz können sich dabei gegenseitig helfen“, sagt er. „KI, Digitalisierung und Robotisierung können einen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten, weshalb ich die KI.FABRIK gerne besuche, um nach intelligenten Lösungen für diese Herausforderungen zu suchen.“
Brainport Industries sieht Chancen für die Zusammenarbeit mit Bayern
Als Geschäftsführer des Hightech-Zuliefernetzwerks Brainport Industries (aus Noord-Brabant) ist John Blankendaal wie schon 2021 Teil der Delegation von Minister Van Gruijthuijsen. „Das ist eine hervorragende Gelegenheit, sich mit deutschen Unternehmen und Institutionen zu vernetzen, die im Bereich KI und Produktionstechnologien tätig sind.“
Darüber hinaus hofft er auf eine gute Weiterführung des Besuchs. „Der Aufbau starker, grenzüberschreitender Partnerschaften kann zu gemeinsamen Innovationsprojekten, zum Technologieaustausch und zur gemeinsamen Nutzung von Best Practices führen.“



