Das Innovationscluster Noordoostpolder bringt Hightech mitten ins Herz einer landwirtschaftlich geprägten Region. Seit 2019 bündelt das „Innovatiecluster Noordoostpolder“ die Kräfte von 24 Unternehmen, die Maschinenbau, Fertigung und Hightech miteinander verbinden. Ziel ist es, die Region als innovativen Fertigungsstandort zu stärken und die nächste Generation für Technik zu begeistern.
Von Agrartechnik zu Hightech
Der Noordoostpolder wurde 1942 dem Meer abgerungen und ist bis heute von Landwirtschaft geprägt. Gleichzeitig hat sich eine starke Industrie entwickelt. „In unserem Gebiet gibt es viele Firmen, die ursprünglich Maschinen und Metallwerkzeuge für die Landwirtschaft produziert haben. Heute sind daraus Weltunternehmen geworden“, sagt Sjoerd Keijser, Geschäftsführer des Clusters. Ein Beispiel ist Zuidberg, ein international tätiger Zulieferer für Traktorenhersteller wie New Holland oder MF.
Damit die Industrie in der Region konkurrenzfähig bleibt, setzt das das Innovationscluster Noordoostpolder auf Zukunftstechnologien: Robotik, Künstliche Intelligenz und Data-Driven Production – allesamt Kernelemente dessen, was in Deutschland unter dem Begriff Industrie 4.0 bekannt ist. „Wir müssen Produkte mit weniger Personal, geringeren Kosten und höherer Flexibilität herstellen. Das geht nur mit Automatisierung und KI“, erklärt Keijser.
Nachwuchs für die Industrie 4.0
Ein zentrales Anliegen des Clusters ist es, junge Menschen für Technik zu begeistern und in der Region zu halten. „Wir haben Fachkräftemangel wie in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, jungen Leuten zu zeigen, dass sie hier eine Karriere machen können“, betont Keijser.

In enger Zusammenarbeit mit Fachschulen entwickeln Schülerinnen, Schüler und Studierende praxisnahe Use Cases. So programmieren sie etwa humanoide Roboter des baden-württembergischen Unternehmens Neura Robotics für konkrete Aufträge der lokalen Betriebe. Die Unternehmen lernen dabei potenzielle neue Mitarbeiter kennen, während die Studierenden Zugang zu neuester Technologie erhalten. „Das ist die Verbindung von Industrie, Forschung und Bildung, auf die wir stolz sind“, sagt Keijser.
Unterstützung durch Horizon Flevoland
Eine enge Partnerschaft besteht mit der regionalen Wirtschaftsförderung Horizon Flevoland. Sie unterstützt Projekte nicht nur finanziell, sondern bringt auch politische und strategische Netzwerke ein. „Wir nutzen ihre Programme, um unsere Region noch stärker zu positionieren“, so Keijser. Gemeinsam gelingt es, innovative Projekte auf den Weg zu bringen und den Strukturwandel aktiv zu gestalten.
Deutschland als Innovationspartner
Die Nähe zu Deutschland spielt für das Innovationscluster Noordoostpolder eine zentrale Rolle. „Wir lernen von der deutschen Technik – ein Beispiel ist Neura Robotics, das wir nach Flevoland eingeladen haben“, erzählt Keijser. Doch die Perspektive geht weiter: „Die Niederlande und Deutschland sind fantastische Handelspartner. Aber wir wollen uns noch stärker als Innovationspartner verstehen.“
Die Zusammenarbeit funktioniert dabei komplementär: Während niederländische Unternehmen für Offenheit und Experimentierfreude stehen, liefern deutsche Partner Größe und industrielle Stärke. „Die Niederlande sind ein Field Lab für Innovationen. Wenn es bei uns funktioniert, braucht man die deutsche Industrie, um es groß und stark zu machen“, fasst Keijser zusammen.
Blick nach vorn
Das Cluster will die Region international sichtbarer machen – unter anderem durch Auftritte auf deutschen Messen. Für deutsche Unternehmen im Maschinenbau bietet der Noordoostpolder damit einen idealen Anknüpfungspunkt: Sie können Innovationsprozesse aus nächster Nähe erleben und neue Kooperationen mit niederländischen Partnern eingehen.




