Utrecht hat sich als einer der bedeutendsten Standorte für Life Sciences & Health in den Niederlanden etabliert. Die Region vereint erstklassige Forschung, klinische Expertise und Industrie.
Hans Hofstraat, Direktor für Geschäftsentwicklung Life Sciences am Utrecht Science Park (USP), erläutert den Wettbewerbsvorteil der Region. „Am USP konzentrieren wir uns auf Bereiche, in denen wir wirklich etwas bewirken können“, sagt er. „In der Onkologie leisten Einrichtungen wie das Princess Máxima Center und das UMC Utrecht Pionierarbeit bei personalisierten Therapien, von der MR-LinAc-Strahlentherapie bis hin zu CAR-T-Zell-Behandlungen. Unternehmen wie Genmab und Merus stärken unsere Position im Bereich der gezielten Antikörpertherapien zusätzlich.“
Regenerative Medizin und One-Health-Ansatz
Auch im Bereich regenerative Medizin setzt Utrecht Maßstäbe. Das Regenerative Medicine Center Utrecht – eine Zusammenarbeit zwischen dem UMC Utrecht, der Universität Utrecht und dem Hubrecht Institute – entwickelt Lösungen für Erkrankungen des Bewegungsapparats und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Unser One-Health-Ansatz für Infektionskrankheiten integriert die Impfstoffentwicklung, Immunologieforschung und Veterinärmedizin“, fügt Hofstraat hinzu. Besonders fortschrittlich: Die Anwendung der Organoid-Technologie zur tierversuchsfreie Arzneimittelprüfung.
Vom Konzept bis zur Anwendung: Utrecht beschleunigt Innovationen
In der Region Utrecht werden Unternehmen dabei unterstützt, eine Brücke zwischen Forschung und Kommerzialisierung zu schlagen. Jan Zuidema, FDI-Berater bei ROM Utrecht Region: „Wir verkürzen den Innovationszyklus zwischen Forschung und Anwendung am Patienten spürbar“, sagt er. „Einrichtungen wie Oncode-PACT, CPBT und RegMed XB bieten die Infrastruktur, um Risiken zu minimieren und Innovationen effizient zu skalieren.“
Ein wichtiges Beispiel ist das Innovation Center for Advanced Therapies (ICAT). „ICAT bietet GMP-konforme Labore, Prozessentwicklung und Fertigungsunterstützung für die regenerative Medizin“, erklärt Zuidema. Für Unternehmen das: Weniger Kosten und schnellerer Markteintritt.
Utrecht begreift sich dabei selbst als ein offenes Gesundheitslabor. In dem es einen Ort bietet, an dem alle Akteure aus den Bereichen Gesundheit und Biowissenschaften nahe beieinander angesiedelt sind, sich gegenseitig unterstützen und vorantreiben. Innerhalb eines Radius von wenigen Kilometern können Ideen getestet, validiert und umgesetzt werden.
Im ICAT: Skalierung fortschrittlicher Therapien
Im Utrecht Science Park geht es nicht nur um Wissenschaft. Karel Loerts, Geschäftsführer des ICAT, erläutert, wie die Einrichtung Forschung in praktikable Therapien umsetzt: „Wir schließen die Lücke zwischen Entdeckungen im Labormaßstab und der industriellen Produktion.“






Aktuelle Projekte sind 3D-gedruckte Knochenimplantate und Knorpelreparaturtherapien, die in die Phase-3-Studien eintreten. „Unsere Nähe zu den Forschungsclustern des USP ermöglicht eine nahtlose Zusammenarbeit mit Hochschulen und Krankenhäusern“, fügt Loerts hinzu. „Die Herausforderung besteht nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch darin, nachhaltige Geschäftsmodelle für zukunftsweisende Behandlungen zu entwickeln.“
Mit seinem dichten Netzwerk an Forschungseinrichtungen, gemeinsamer Infrastruktur und strategischen Kooperationen bietet Utrecht ein ideales Umfeld für Life-Science-Unternehmen, die anwendungsnah forschen und wirtschaftlich skalieren wollen. „Es geht hier nicht nur um Technologie“, sagt Loerts. „Sondern darum, Lösungen mit gesellschaftlichem Mehrwert zu schaffen.“
Inkubatorprogramm für Health-Start-ups
Vor kurzem hat ICAT in Zusammenarbeit mit dem regionalen Inkubator UtrechtInc ein zweijähriges Inkubationsprogramm für Start-ups und Scale-ups aus den Bereichen Gesundheitstechnologie, Medizintechnik und neuartige Therapeutika ins Leben gerufen. Es hilft Start-ups bei der Navigation durch die frühe Entwicklungsphase, der Validierung und der Skalierung.
Das Programm unterstützt Start-ups bei:
- Zugang zur Open Innovation Facility von ICAT
- fachkundige Beratung in den Bereichen Regulierung, HTA, QA, QC
- Workshops & Business-Coaching
- Networking & Finanzierung
„Durch maßgeschneiderte Unterstützung und strategische Partnerschaften ermöglicht ICAT Gründern den Aufbau nachhaltiger Unternehmen innerhalb eines kollaborativen, innovationsgetriebenen Ökosystems“, betont Loerts.
Utrecht als Ort für Life-Sciences- und Health-Unternehmen
Für Jan Zuidema ist diese enge Zusammenarbeit typisch für das Life-Sciences-Ökosystem in der Region Utrecht, in dem Unternehmer aus den Niederlanden, Deutschland und auch Frankreich zu finden sind: „Die Unternehmer hier suchen gezielt den Austausch. Nicht nur, um schneller in den Markt zu kommen, sondern um bessere Lösungen zu entwickeln.“ Ein Beispiel dafür sei das monatliche LSH U-Forward-Frühstück: „Noch vor der Arbeit treffen sich hier Fachleute, um sich zu vernetzen. Daraus entstehen Verbindungen, die echten Impact im Leben der Menschen haben.“
Bild Credits: Sean Hitchens




