In Utrecht geht Europas erstes großflächiges Vehicle-to-Grid (V2G) Carsharing-System an den Start. Das innovative Projekt „Utrecht Energized“ zeigt, wie Elektromobilität und Energiewende intelligent zusammenwirken können — und macht die Stadt erneut zum Vorreiter in der europäischen Klimapolitik.
Smarte Partnerschaft für ein stabiles Energienetz
Gemeinsam mit Renault Group, We Drive Solar, MyWheels und der Stadt Utrecht bringt die Region Europas erstes voll funktionsfähiges V2G-Carsharing auf die Straße.
Das Besondere: Die E-Fahrzeuge dienen nicht nur als Verkehrsmittel, sondern auch als mobile Energiespeicher. Sie nehmen Strom aus dem Netz auf und speisen ihn bei Bedarf wieder zurück — insbesondere bei Netzüberlastung.
Das Projekt startet mit 50 Renault 5 E-Tech. Insgesamt sollen 500 Fahrzeuge eingesetzt werden, die rund 10 % des Flexibilitätsbedarfs der Region Utrecht abdecken. Damit trägt die Initiative direkt zur Entlastung eines der am stärksten belasteten Stromnetze der Niederlande bei.
Lösung für eines der drängendsten Energieprobleme
Gerade in Utrecht ist das Thema Netzüberlastung akut: Bei Spitzenzeiten fehlen in der Region rund 250 Megawatt Kapazität. „Skalierung ist jetzt entscheidend“, betont Robin Berg, Gründer von We Drive Solar. „Mit 500 E-Fahrzeugen können wir 5 Megawatt liefern — 50-mal so viele wären nötig, um das regionale Problem zu lösen.“
Mobilität trifft Energiewende
Die Kooperation bündelt Stärken:
- Renault Group liefert die V2G-fähigen Fahrzeuge,
- We Drive Solar entwickelt die bidirektionalen Ladestationen,
- MyWheels, größter Carsharing-Anbieter der Niederlande, stellt das Sharing-System
- ELaadNL ist für die Standardisierung und Integration der entsprechenden Protokolle verantwortlich.
Mit einem klaren Geschäftsmodell: Flexible Stromtarife ermöglichen günstiges Laden und attraktives Rückspeisen bei Spitzenpreisen — eine Win-Win-Situation für Nutzer, Stadt und Netzbetreiber.
Wissenschaftlich belegter Nutzen
Bereits 2020 zeigte eine Studie der Universität Utrecht: Geteilte E-Autos reduzieren die Netzbelastung um 50 % im Vergleich zu privaten E-Fahrzeugen. Denn: Carsharing-Nutzer laden flexibler und vermeiden Spitzenzeiten. Aktuell untersucht die TU Delft zudem, wie gezielte Ladepausen den Smart-Charging-Effekt sogar verdoppeln können.
Ein europäisches Leuchtturmprojekt für bidirektionales Laden
Die Stadt Utrecht hat das Projekt strategisch forciert: Als Partnerin im europäischen SCALE-Projekt fördert sie aktiv die Standardisierung und Skalierung von V2G.
Eva Oosters, Beigeordnete der Stadt Utrecht: „Heute zeigen wir, wie nachhaltige Mobilität und intelligentes Energiemanagement Hand in Hand gehen können. V2G wird entscheidend für eine emissionsfreie und resiliente Stadt.“
Vorbild für andere Städte
Das Signal aus Utrecht ist deutlich: Jetzt starten! Bidirektionales Laden bietet Städten eine einzigartige Chance, Mobilität, Energie und Stadtraum smarter zu organisieren. Utrecht lädt andere Städte ausdrücklich ein, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam den Wandel voranzutreiben.
Bildrechte: Renault




