Die Energiewende braucht grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Deshalb treffen sich am 26. und 27. November 2025 in Essen über 300 Führungskräfte aus der Energie- und Investitionsbranche zur Tech Tour Energy & Decarbonisation 2025. Das Event bringt über 60 ausgewählte Start-ups mit mehr als 140 Risikokapitalgebern und Unternehmensinvestoren zusammen. Mit dabei: die niederländische Organisation Connectr, die gemeinsam mit dem deutschen Innovationshub BRYCK die Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und dem Ruhrgebiet vorantreibt.
Tech Tour bringt Europas Energieinnovatoren nach Essen
Die Wahl des Veranstaltungsorts ist kein Zufall: Essen liegt im Ruhrgebiet, das oft als das industrielle Herz Deutschlands bezeichnet wird und sich zum Innovationshub für Energie und Dekarbonisierung entwickelt.
Tobias Grün, Geschäftsführer von BRYCK erklärt: „Große Energieunternehmen stammen aus dieser Region und sind daher stark in die Bemühungen involviert, die wir als Industrie und Gesellschaft derzeit unternehmen, um die Energiewende voranzutreiben. Nötig dafür ist es, den Großteil des Energieverbrauchs zu elektrifizieren und damit zu dekarbonisieren. Hierfür braucht es Netzausbau, Energiespeicher und entsprechende Produktionsanlagen – in der Region und darüber hinaus.“ Um das zu realisieren, ist eine strukturierte Herangehensweise an Innovationen nötig. „Wir wollen die richtigen Verbindungen herstellen, die richtigen Innovationen, die richtigen Teams und die richtigen Start-ups identifizieren und sie in den Transformationsprozess einbinden, der ohnehin in der Energiebranche stattfindet“, so Grün.

BRYCK sorgt als Gastgeber der Tech Tour Energy & Decarbonisation für die Verbindung zwischen Energieinnovatoren und Investoren – mit internationaler Ausrichtung. Tobias Grün: „Wir bieten hier eine europäische Plattform, denn die Mehrheit der Teilnehmer ist international aufgestellt. Aus unternehmerischer Sicht müssen wir in diese internationale Dimension hineinwachsen. Die Tech Tour in Essen ermöglicht es, regionale Stärken mit dem breiteren europäischen Energie-Ökosystem zu verbinden.“
Connectr: niederländischer Partner für die Energiewende

Connectr aus den östlichen Niederlanden nutzt die Tech Tour in Essen für strategische Netzwerkarbeit. Die Organisation und BRYCK sind durch ein Memorandum of Understanding (MoU) verbunden und bauen gemeinsam eine grenzüberschreitende Innovationsregion im Energiesektor auf.
„Wir bauen gerade zwischen dem Osten der Niederlande und dem Ruhrgebiet eine Beziehung auf“, erklärt Jeroen Herremans, Geschäftsführer von Connectr. Die Tech Tour sei ideal, weil sie Energie-Tech-Unternehmen aus ganz Europa ins Ruhrgebiet bringe.
Zusammen mit BRYCK möchte Connectr Unternehmen fördern, die bereit sind, sich temporär in den Niederlanden anzusiedeln. Dort können sie ihre Produkte weiterentwickeln und dann ins nahe Ruhrgebiet skalieren.
Markteintritt für Energie-Start-ups fördern
Bei der Skalierung gibt es laut Tobias Grün von BRYCK in der Praxis oft verschiedene Hürden, auf die Unternehmen stoßen. Die erste große Hürde bestehe für potenzielle Unternehmer oft darin, aus der Technologie ein Produkt zu machen. Tobias Grün erklärt: „Die zweite große Hürde hängt tatsächlich mit der Innovationskraft von Deeptech selbst zusammen. Nicht so innovative Lösungen haben meist einen leichteren Zugang zum Markt, anstatt brandneue Erfindungen, die auf Wissenschaft oder Forschung basieren. Dadurch sind sie oft für den Markt so grundlegend neu, dass es für Teams schwieriger ist zu skalieren.”
In dieser Phase unterstützt BRYCK Teams durch die Nähe zu relevanten Branchen, um Skalierung möglich zu machen. “Denn die Akteure dieser Branche sind diejenigen, die die neue Technologie auf den Märkten und in ihren jeweiligen technischen Bereichen anwenden werden.” Daher muss sehr frühzeitig eine Zusammenarbeit zwischen der Technologie-Seite, d. h. den Start-ups und Forschern auf der einen Seite und den Unternehmens- und Industriepartnern auf der Marktseite aufgebaut werden, um diese Technologien anzupassen und sie in größerem Maßstab funktionsfähig zu machen.
Der Osten der Niederlande bietet kleine Strukturen und schnelle Prozesse
Das wird im Osten der Niederlande möglich. „Hier finden Hardware-Start-ups Pilotprojekte und Demonstrationsfelder, wo sie ihre Innovationen zeigen und weiterentwickeln können. Wir verfügen über mehrere Firmengelände mit einer sehr hohen Sicherheitsstufe“, sagt Herremans. „Man kann dort alles testen im Bereich Energietechnologie und -innovation.“ Diese Testgelände haben Kategorie 5 – die höchste Sicherheitsstufe in den Niederlanden.
Firmen, Politik, Behörden, Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen arbeiten in den Niederlanden eng zusammen. „Weil die Niederlande ein kleines Land sind, gehen Prozesse hier oft schneller“, erklärt Herremans.
Das führt dazu, dass Start-ups passende Kooperationspartner und Investoren in kürzerer Zeit finden. „Wir sehen uns als einen Katalysator in Sachen Energietechnologie und Energieinnovation“, betont Herremans.
In der Region Arnheim sind große Unternehmen wie die Netzbetreiber Alliander und TenneT sowie Ingenieurbüros wie DNV angesiedelt. Sie sind weltweit für ihre Energieinnovationen bekannt und setzen große Projekte um. Connectr ermöglicht Start-ups den Zugang zu diesen Firmen als potenzielle Pilotkunden und Testpartner.
Pläne für 2026: Engere Zusammenarbeit von Connectr und BRYCK
Für 2026 planen Connectr und BRYCK eine engere Zusammenarbeit. Niederländische Mentoren und Investoren sollen Teil des BRYCK Accelerators werden. Auch niederländische Energie-Start-ups, die mit deutschen Start-ups zusammenarbeiten wollen, werden eingebunden.
Ein gemeinsamer Besuch der E-World am 10. Februar 2026 in Essen ist geplant. Zudem lädt Connectr zur Arnhem Electricity Week ein. Besonders der European New Power Summit am 21. Mai steht internationalen Gästen offen.
„Wir wollen Europa zeigen, dass man länderübergreifend als eine Region zusammenarbeiten kann“, sagt Herremans. „Energietechnologie und Energieinnovation stehen dabei im Vordergrund, genauso wie die Interessen von Unternehmern.“




